Korbach: Ende März soll ein neuer Bäder-Geschäftsführer den Vertrag unterzeichnen

Was die Stunde geschlagen hat

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10. März 2012, 13.20 Uhr: Beim Tag der offenen Tür im Hallenbad geht‘s im Gänsemarsch am Beckenrand entlang. Für Badegäste sind die stählernen neuen Becken aber nach einem kurzen Intermezzo bis heute tabu.

Korbach - Die Hansestadt hat den künftigen Geschäftsführer für die Korbacher Bäder auserwählt. Er soll Wege ebnen, damit das Hallenbad möglichst Ende des Jahres wieder eröffnet werden kann.

„Ein profilierter Bäderfachmann mit großer Erfahrung in der Betriebsleitung“ - so beschrieb Bürgermeister Klaus Friedrich am Montag auf Anfrage unserer Zeitung den Kandidaten. Noch sei der Arbeitsvertrag für den künftigen Bäderchef nicht unterschrieben, „doch wenn alles wie geplant läuft, dann wird er Anfang Mai mit seiner Arbeit beginnen können“, sagt Friedrich.

Von über 40 Bewerbern bis Ende Januar kamen drei Kandidaten zuletzt in die engere Auswahl. Zum Trio gehörte auch ein Bewerber aus der Region. Magistrat, Bäderausschuss und Fraktionsspitzen des Parlaments haben sich inzwischen auf einen Kandidaten aus Norddeutschland verständigt.

Er soll die Geschäftsführung einer neuen Betriebsgesellschaft für die Korbacher Bäder übernehmen. Vorgesehen ist, diese GmbH Ende März zu gründen - und in Zukunft unter dem Dach der Stadt die Regie über Hallenbad und Freibad zu führen.

Bislang liegt diese Aufgabe beim heimischen Versorger Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), der auch künftig Eigentümer der Korbacher Bäder bleibt. Die Betriebsführung soll jedoch an die neue Bäder-GmbH als Tochterfirma der Stadt übertragen werden.

Die Stadt verspricht sich davon neuen Schwung in der seit Jahren festgefahrenen juristischen und oft auch persönlichen Auseinandersetzung um Bauschäden, Mängel und Haftung bei der teuren Sanierung des Hallenbads. Der Umbau begann im Sommer 2010.

Nach Investitionen von rund zehn Millionen Euro wurde das gründlich modernisierte Bad im März 2012 eröffnet - aber schon vier Wochen später wieder geschlossen. Unterm Strich müssen die Korbacher also seit fast fünf Jahren auf ihr Hallenbad verzichten.

Die von EWF beklagte Mängelliste ist lang - ob Rost an den Edelstahlbecken, Fehler bei Fliesen und Wasserabläufen, zu eng stehende Sprungbretter, mangelnder Blitzschutz bei der Riesenrutsche oder falsche Installation bei Bädertechnik und Rohrleitungen. Genau hier soll die Ursache liegen, für gefährliche Keime im Duschwasser - die im April 2012 zum vorläufigen Aus im Hallenbad führten.

Die Aufgabe für den Geschäftsführer der neuen Bäder-GmbH ist somit schwierig. Im juristischen Tauziehen zwischen Generalunternehmer, Handwerkern, EWF und den Interessen der Stadt wird er schnell sehen, was die Stunde geschlagen hat. Denn Badegäste und Saunagänger wollen in Korbach endlich den Millionenbau nutzen. (jk)

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