Waldecker Bank verzeichnet 2012 geringere Kundeneinlagen

„Substanz ist solide und kraftvoll“

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Korbach - Auf ein „insgesamt gutes, aber kein leichtes Geschäftsjahr 2012“ blickt die Waldecker Bank zurück. Auch wenn Kunden weniger Geld bei der Bank ließen, blieb der Bilanzgewinn mit 2,9 Millionen Euro nahezu identisch mit dem Vorjahr.

Erhöhter Verwaltungsaufwand, hoher Wettbewerb, niedrige Zinsen und „spürbar verloren gegangene Kundeneinlagen“ - 2012 wird nicht als Rekordjahr in die Geschichte der Waldecker Bank eingehen. Doch zusammengenommen mit den weltwirtschaftlich angespannten Zeiten zeigten sich Aufsichtsrat und Finanzvorstand am Dienstagabend in der Stadthalle bei der Vorstellung des Jahresberichtes zufrieden. Der bilanzierte Gewinn stieg um 5000 Euro auf 2,9 Millionen Euro.

Trotz all der externen Faktoren: Die Strukturen innerhalb der Genossenschaftsbank stimmen laut Bankvorstand Udo Martin. 68 Millionen Euro neue Kredite vergab die Waldecker Bank im vergangenen Jahr - eine Steigerung um 15 Prozent. Vor allem Sanierungen an Häusern (privat oder gewerblich) waren der Renner.

„Keineswegs zufriedenstellend“ verlief die Entwicklung der Kundeneinlagen. Die vorhandene Summe sank um zehn Millionen auf 560 Millionen Euro.

Ausgegebene Kredite wurden bei der Waldecker Bank 2012 günstiger; die Erträge aus Zinsen sanken demnach um 1,5 auf 29,2 Millionen Euro. Gleichzeitig musste das Finanzinstitut rund eine Million mehr für eigene Kreditkosten ausgeben. In den kommenden Jahren soll sich dieser Trend durch Einmalzahlungen wieder umkehren. Unter dem Strich sank der Überschuss um rund 2,5 auf 16,4 Millionen Euro. Zu einem „strategischen Geschäftsfeld“ haben sich „bankeigene Geldanlagen“ entwickelt, so Martin. Nahezu identisch blieben die Ausgaben für Personal (9,9 Millionen) und sonstige Verwaltung (4,4 Millionen).

Thema bleibt weiterhin die Struktur der Geschäftsstellen. Nicht alle könnten über Kurz oder Lang gehalten werden, so Martin. „Zukunftsträchtige Orte“ müssten ausgebaut, kleinere „überdacht“ werden. Quadratur des Kreises: Die Kundennähe - „unsere Stärke, die wir nicht hergeben wollen“ - soll erhalten bleiben. „Erhebliche Investitionen“ soll es in die Geschäftsstelle Bad Wildungen geben.

Verändert hat sich die Struktur für die Bezahlung des ehrenamtlichen Aufsichtsrates: Die Aufwendungen beliefen sich bisher auf 30000 Euro im Jahr. Künftig sind laut Abstimmung bis zu 57000 Euro möglich.

Eine Veränderung gab es auch im Aufsichtsrat: Olaf Schreiber (Korbach) löst Karin Artzt-Steinbrink ab, die nicht mehr antrat. Ernst-Joachim Brack (Korbach), Hartmut Brand (Münden) und Bernd Lippe (Freienhagen) wurden von den Mitgliedern im (Ehren-)Amt bestätigt. (den)

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