Werner Perz aus Oberhausen erlitt beim Weltcup in Willingen einen Herzinfarkt

Suche nach der Lebensretterin

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Korbach/Willingen - Seine Geschichte machte in Willingen die Runde: Am Weltcup-Samstag erlitt Werner Perz auf dem Weg zur Schanze einen Herzinfarkt. Jetzt sucht der 79-Jährige seine Lebensretterin.

Werner Perz hat sich inzwischen ein bisschen erholt und erkundet im Korbacher Krankenhaus die Flure. Vor zwei Wochen allerdings stand sein Leben auf der Kippe: Gemeinsam mit seiner Ehefrau Hermine, Tochter, Schwiegersohn und Enkel hatte sich der 79-Jährige auf den Weg nach Willingen gemacht. „Die Freundin meines Enkels hatte noch nie ein Skispringen erlebt“, erzählt er, „also sind wir alle gemeinsam nach Willingen gefahren“. Premiere für den Oberhausener - auch wenn er schon viele Schanzen gesehen hat.

Seine Familie hatte ihm die Eintrittskarten zu Weihnachten geschenkt und zwei Übernachtungen mit seiner Ehefrau in einem Willinger Hotel. „Das war ein tolles Geschenk“, sagt Werner Perz, denn bereits vor 35 Jahren entdeckte er das Skispringen für sich. „Wir machen jedes Jahr Urlaub im Schwarzwald“, erzählt Perz, „und weil unser Pensionswart selbst Skispringer war, brachte er uns zu den Skispringen. Seitdem haben wir ein Faible dafür“. Entsprechend groß war die Vorfreude auf den Weltcup in Willingen. „Wir haben am Freitag den Ort erkunden und sind auf den Ettelsberg gefahren“, erzählt Perz, der selbst als Radfahrer Leistungssport betrieben hat. Dort bekam er plötzlich weiche Knie und fühlte sich unwohl. Trotzdem machte er sich mit seiner Familie am nächsten Tag auf den Weg zur Schanze. „Dann erinnere ich mich an nichts mehr“, sagt er.

Doch seine Frau berichtete ihm, was geschah: Er klammerte sich an ihren Arm, sackte zusammen und lag leblos auf dem Weg. „Eine Frau, die vor uns ging, soll sich umgedreht und sofort mit der Reanimierung begonnen haben“, erzählt Perz, „sie hat mir mein Leben gerettet“. Die Frau soll selbst als Besucherin beim Weltcup gewesen sein und eine Ausbildung als Krankenschwester gehabt haben. Ihren Namen kennt er aber bis heute nicht.

„Aber ich möchte mich bedanken“, sagt er. Und das gilt auch für zwei weitere Frauen: eine von ihnen rief den Krankenwagen, eine weitere schirmte Schaulustige ab, so dass der Rettungswagen seinen Weg fand. Arzt und Sanitäter nahmen Wiederbelebungsmaßnahmen vor und wollten den Weg ins Krankenhaus antreten. „Betrunkene hielten den Wagen aber auf“, erzählt er. Erst das Eingreifen der Polizei machte den Weg frei.

Werner Perz, der in Oberhausen kein Unbekannter ist und dort seit 49 Jahren ein großes Radrennen organisiert, bittet nun um Mithilfe. Er betont: „Ich will die Frau finden, die mein Leben rettete.“

Infos nimmt die WLZ-FZ unter 05631/560-135 entgegen.

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