170 Schüler der Alten Landesschule schnuppern Arbeitsluft im Berufspraktikum

Auf der Suche nach dem richtigen Weg

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- Korbach ((lgk/ts/rge/thf/resa). 170 Schüler der Alten Landesschule sind seit Montag im Landkreis unterwegs, um in die verschiedenen Berufe Einblicke zu erlangen. Lucca Greta Kettschau, Timon Schmidt, Rebecca Geisler und Theres Fingerhut blicken bei der WLZ hinter die Kulissen und haben sich auf die Spuren ihrer Klassenkameraden begeben.

Ein Raum voller Kameras, Leinwände und Blitzgeräte: In diesem Fotostudio macht die 14-jährige Juliane Swientek ihr Betriebspraktikum, das für die Schüler der Alten Landesschule (ALS) in Klasse 9 vorgesehen ist. „Ich fotografiere in meiner Freizeit sehr gerne, allerdings habe ich Bilder noch nie professionell bearbeitet oder fotografiert“, erzählt sie, „unser Schulpraktikum gibt mir die Möglichkeit, dies zu tun und mir ein Bild von der Arbeit eines Fotografen zu machen.“ Außerdem werde sie auch die Möglichkeit bekommen, Flyer und Internetseiten mitzugestalten, berichtet Fotograf Stefan Hahn. Er selbst sagt über seinen Job: „Meine Arbeit gibt mir die Möglichkeit, das Beste aus den Menschen herauszuholen, es gibt immer neue Herausforderungen und man arbeitet mit vielen verschiedenen Charakteren.“ Viele Schüler haben bestimmte Erwartungen an das Praktikum. „Ich möchte vor allem die verschiedenen Möglichkeiten des Berufs kennenlernen. Außerdem hoffe ich, dass ich noch mehr fotografieren und den Umgang mit der Kamera verbessern kann“, sagt Juliane Swientek.

Auch in Christof Noltes Praxis für Ergotherapie absolvieren zwei Schülerinnen ihr Praktikum: Hannah Wilm (15) und Marie-Louise Schlickewei (15). Mit einem Malkittel bekleidet erklärt Marie-Louise Schlickewei, dass sie gerne mit Kindern arbeitet und sich deswegen für diesen Praktikumsplatz entschieden hat. „Man lernt, mit Menschen umzugehen, und kann denjenigen helfen, die in ihrem Leben nicht so zurechtkommen“, erklärt die 15-Jährige. Beide Schülerinnen können sich vorstellen, später auch beruflich in diese Richtung zu gehen. Hannah Wilm sagt, dass ihr Praktikum ihren Hoffnungen entspricht. „Am Anfang hatte ich Angst, dass ich nur zuschauen würde. Stattdessen habe ich geholfen, Kinder zu betreuen und aufzuräumen“, sagt Hannah Wilm.

70 Praktikanten hat Christof Nolte in den vergangenen zehn Jahren betreut und ihnen einen Einblick in seinen Beruf ermöglicht. Marie-Louise Schlickewei und Hannah Wilm seien unter den vielen Schülern die jüngsten. Er findet es wichtig, dass Schüler schon früh in die Berufswelt hineinblicken können. „Es ist spannend, mit Praktikanten zu arbeiten, weil ich meine Arbeit erklären darf“, sagt er. Es sei auch für ihn sehr interessant, da die Fragen der Praktikanten es einem ermöglichen, die Arbeit aus einen ganz anderen Blickwinkel zu sehen.

Und so profitieren am Ende Betriebe und Praktikanten – das erhoffen sich zumindest die ALS-Lehrer Petra Ernst und Karl-Heinz Jakob. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Schüler nach dem Praktikum verändert in die Schule zurückkehren“, sagt Jakob. Zielorientierter und ehrgeiziger gehen die Schüler auf die restliche Wegstrecke. „Schon das ist ein Erfolg des Praktikums“, sagt der Lehrer. Erst vor fünf Jahren verschob die ALS das Praktikum aus Klasse elf in Klasse neun. Gerne würde die Schule ihre Neuntklässler drei Wochen lang ins Praktikum schicken, aber die Zeit im Lehrplan reicht nicht. „Doch obwohl die Jugendlichen erst 14 oder 15 sind und nur zwei Wochen bleiben, gibt ihnen das Praktikum eine erste Berufsorientierung“, sagt Jakob, „ein erster Schritt auf einem langen Weg.“Dabei kann die ALS auf viele engagierte Betriebe zählen. „80 Unternehmen in Korbach und 44 Unternehmen in 19 anderen Orten zeigen Einsatz“, freut sich Petra Ernst.

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