„Fairtrade Stadt“: Korbach präsentiert die neue Stadtschokolade

Ein süße Fair-Führung

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Guter Geschmack künstlerisch verpackt: (v.l.) Oliver Merhof, Rald Hochstaedt (Hanse), Pfarrerin Christel Wagner, Dr. Marc Müllenhoff, Jürgen Tent (Hanse), Sabine Neuhaus, Franz Harbecke, Dr. Peter Koswig, Wolfgang Saure und Iris König präsentieren die Stadtschokolade vorm Motiv der Altstadt.Foto: Kleine

Korbach - Zum Advent präsentiert sich Korbach mit der neuen „Stadtschokolade“. Fair produziert, ökologisch verträglich, schön gestaltet - das sind die Attribute der hochwertigen Vollmilchtafel. Und vor allem: Sie schmeckt köstlich.

„Fairer Handel“ hat in Korbach schon seit 1979 eine besondere Bedeutung. Damals wurde der „Weltladen“ gegründet. Verstärkt in den Blickpunkt rückten „fairer Handel“ mit armen Ländern, Umweltschutz und ökologisch saubere Produktion mit der „Lokalen Agenda 2000“.

Im September 2013 wurde die Kreis- und Hansestadt Korbach mit einem zusätzlichen Zertifikat ausgezeichnet: Korbach ist eine „Fairtrade Stadt“ in Deutschland. Eine Gruppe aus Kaufmannsgilde Hanse, Stadtmarketing, Verwaltung, Haushaltsbund und Kirchen hat dazu seit 2012 die Vorarbeit geleistet.

Bestehende „faire“ Projekte in Korbach wurden dabei zusammengeführt - ob Weltladen, Verkauf von fair gesiegelten Produkten in Lebensmittelläden, fair gehandelter Kaffee in Restaurants, Cafés oder im Stadtkrankenhaus.

Mit der neuen „Stadtschokolade“ möchte die Arbeitsgruppe nunmehr einen süßen Akzent setzen. Symbolischer Slogan: „Korbacher Schokolade fairführt“.

Hochwertige Zutaten und hoher Kakaoanteil zeichnen die handgeschöpfte Stadtschokolade aus. Kakao und Rohrzucker stammen aus Betrieben in Paraguay, Costa Rica und Peru, erklärt Franz Harbecke, ALS-Lehrer und Moderator der Arbeitsgruppe für fairen Handel in Korbach. Sichergestellt seien biologische Produktion „und dass die Betriebe in Südamerika einen anständigen Lohn dafür bekommen“, betont Harbecke.

Motiv der Altstadtauf der Verpackung

Die 70-Gramm-Tafel ist mit einem Verkaufspreis von 2,99 Euro somit vor allem kein billiges Massenprodukt. Aber die Stadtschokolade verspricht hohe Gaumenfreude - und sie bietet auch optisch einen besonderen Reiz: Die Verpackung ziert ein farbenfrohes Motiv der Korbacher Altstadt mit Blick auf Fachwerk und Kilianskirche.

Grundlage für die Gestaltung ist ein Aquarellgemälde der Korbacher Künstlerin Sabine Neuhaus. Das Bild passt auch in Sachen Technik bestens zum Produkt, denn das Original malte Sabine Neuhaus mit Farben aus Roter Beete, Safran, Blaualgen und Holundersaft.

So gab es bei der Präsentation der neuen Stadtschokolade am Montag im Rathaus viel Applaus für die Künstlerin - aber auch für die Organisatoren Wolfgang Saure und Iris König aus der Stadtverwaltung. Sie hatten sich in den vergangenen Wochen kräftig engagiert, um das Projekt bis zur Adventszeit zu verwirklichen. Denn die Schokolade soll als süßes Präsent schmackhaft gemacht werden.

Korbacher Hanse: „Guten Gewissens schlemmen“

Dank galt auch der „Korbacher Hanse“, denn die Kaufmannsgilde macht sich stark, um die Schokolade in den Verkauf zu bringen. „Wir unterstützen dies gerne mit unseren Möglichkeiten der Vermarktung und Infrastruktur“, erklärte Hanse-Vorstand Jürgen Tent: „Mit der Stadtschokolade kann man guten Gewissens schlemmen.“

Dabei wollte die Arbeitsgruppe die Chancen für die Stadtschokolade behutsam testen, erläutert Dr. Peter Koswig: in erster Produktion zunächst 1000 Stück. Schon die Abfrage unter den Hanse-Mitgliedern brachte aber viel Resonanz, verrät Wolfgang Saure. Die nächste Bestellung ist bald fällig.

Zu haben ist die süße „Fairführung“ ab sofort im Weltladen (CorVita) an der Kirchstraße, im Süßen Kaufhaus (Prof.-Bier-Straße), in der Feinkostabteilung der Metzgerei Bernhard Tent (Briloner Landstraße), im Bürgerbüro des Rathauses (Stechbahn) und in der Geschäftsstelle der Waldeckischen Landeszeitung (Lengefelder Straße).

Interessenten, die die Stadtschokolade ebenso verkaufen möchten, wenden sich an den Weltladen (Tel. 05631-9210711) oder per Mail an Lokale.Agenda@korbach.de wenden.

Von Jörg Kleine

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