Zum zehnten Mal wollen Frank und Walter Hecker Tausende Kräppel backen

Süße Sünde für den guten Zweck

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Leckere gefüllte Kreppel gibt es „zwischen den Jahren“ wieder bei Heckers in der Gartenhütte. Archivfoto: Theresa Demski

Korbach - Schon zum zehnten Mal wollen die Brüder Frank und Walter Hecker mit ihren Helfern Kräppel für den guten Zweck backen. Die süßen Köstlichkeiten gibt es wieder „zwischen den Jahren“ am 28. und 29. Dezember.

Die Idee, die Korbacher mit frischen, gefüllten Kräppeln auf Silvester einzustimmen, ist zwar schon vier Jahre älter, doch 2005 haben die Brüder Frank und Walter Hecker zum ersten Mal eine Spendendose in ihrer Gartenhütte – der Produktionsstätte für die gezuckerten Leckereien – aufgestellt und Geld für einen guten Zweck gesammelt.

Seit 2005 mehr als 44000 Kräppel gebacken

Rund 1000 Kräppel holten sie damals aus dem heißen Fett, im vergangenen Jahr waren es schon 7700. Insgesamt gingen bei Heckers seit 2005 mehr als 44000 der süßen Hefeteig-Ballen über den Tresen. Fast 30000 Euro Spenden erwirtschafteten die fleißigen Kräppel-Bäcker in den vergangenen Jahren – nicht zuletzt dank der großzügigen Unterstützung heimischer Firmen und Privatleute, die ihnen die Backzutaten größtenteils finanzierten. Diesmal soll der Erlös der Aktion unter drei Empfängern aufgeteilt werden: Traditionell sind wieder die Korbacher Tafel und die Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg dabei, ein Teil des Geldes soll erstmals an das Korbacher Tierheim gehen. „Uns ist wichtig, dass das Geld in der Region bleibt und zu hundert Prozent ankommt“, sagt Frank Hecker.

Die Spenden sind hart verdient: Die erste Schicht beginnt für das ehrenamtliche Backteam um zwei Uhr nachts. Allein mit Handarbeit wäre das Pensum kaum zu schaffen: Durchreiche, Lagerbehälter, Rührmaschine, Portionierer, Füllbehälter – die zehn Kräppelbäcker haben mittlerweile das Arsenal einer kleinen Bäckerei. Nur so schafft es das Team, dass morgens um zehn, wenn die ersten Korbacher vor der Tür der Gartenhütte stehen, schon 1500 mit Pflaumenmus, Himbeermarmelade, Vanillepuddig oder Nutella gefüllte Kräppel fertig sind.

„Backen ist unsere Leidenschaft“, sagt Frank Hecker. Er und sein Bruder Walter sind mit Mehl und Hefe aufgewachsen, genauso wie ihre Schwester Heike und ihr Bruder Klaus. Ihr Vater Walter war den größten Teil seines Lebens als Meister in der Bäckerei Wilhelm Tent in der Entengasse 6 beschäftigt. „Besonders toll war es in der Weihnachtszeit, wenn wir beim Plätzchenbacken in der Backstube helfen durften“, schwelgt Frank Hecker in Erinnerungen.

Der besondere Duft der frischen Backwaren

Die vier Geschwister scharten sich mit anderen Kindern oft um den Ofen, wenn der heiße Blechkuchen aus der Röhre gezogen wurde, denn die abgeschnittene Rinde schmeckte prima. Den Duft der frischen Backwaren lieben die Bäckersöhne noch heute. Toll sei es auch gewesen, sich in der Bäckerei ein paar Mark mit Kohlenfahren und Blecheputzen zu verdienen. Kein Wunder, dass beide Brüder eine Bäckerlehre absolvierten.

Die heiß begehrten Kräppel stellen die Hecker-Brüder übrigens nach einem alten Rezept ihres Vaters her. „Wir haben es nur leicht verfeinert“, sagt Frank Hecker. Unter anderem Mehl, Eier, Milch, Zucker und Hefe sind die Zutaten – die genaue Zusammensetzung ist allerdings ein gut gehütetes Familiengeheimnis.

Die Kräppel gibt es am 28. und 29. Dezember jeweils ab 11 Uhr in Heckers Gartenhütte in der Marker Breite 72 – da, wo eine lange Schlange ansteht.

Von Lutz Benseler

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