Brüder Hecker verteilen zum zehnten Mal Tausende Kräppel

Süßes aus herzhafter Backstube

Korbach - 3600 Kräppel haben Walter und Frank Hecker mit ihren Helfern am Sonntag gebacken, am heutigen Montag geht es weiter: Bis zu 8000 Berliner sollen Spenden für verschiedene gute Zwecke einbringen.

Freitagabend geht es für Frank Hecker los: Um zehn Uhr beginnt er, Kräppelteig zu mischen. Nach und nach kommen Helfer hinzu, vervollständigen erst die „Teigabteilung“, dann die Mannschaft an der Friteuse und das Personal zum Füllen. Bis zum Samstagmorgen haben sie 3200 Kräppel gebacken und noch Teig für 400 weitere übrig – rechtzeitig für die zahlreichen Korbacher, die sich wie jedes Jahr seit 2005 auf ihre gefüllten Leckereien freuen.

Ob Stammgäste oder neue Gesichter: Die Truppe um Frank und Walter Hecker begrüßt alle freundlich und treibt Späßchen mit ihnen. „Wir sind halt nett und freundlich“, sagt Frank Hecker. Helfer Lutz Kurzawe klopft dem Mann, der andere gern freundlich aufzieht, auf die Schulter: „Nicht alle“, wirft er schmunzelnd ein, „manche sind herzlich.“ Neu in der Truppe ist die „studentische Hilfskraft“ Jennifer Kühn – für ihr Studium am Wildunger Standort der Technischen Hochschule Mittelhessen braucht sie ein soziales Projekt: „Und das Kräppelbacken ist eine Spendenaktion“, erklärt sie.Denn neben der Theke in Heckers Gartenhütte steht ein Spendenglas: Die Hälfte des Geldes geht an die Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg, 30 Prozent an die Korbacher Tafel. Den Rest erhält erstmals das Tierheim der Hansestadt. Möglich machen die kostenfreie Weitergabe Sponsoren. Seit Beginn der Tradition im Jahr 2005 hat sich einiges verändert, nicht zuletzt die Menge der Kräppel: Statt einst 1000 Exemplaren gingen in den vergangenen Jahren mehr als 7500 über die Theke. Eine große Steigerung erwartet Frank Hecker nicht: „Für mehr als 8000 Kräppel müssten wir erst mal Abnehmer finden.“Beim zehnten Kräppelbacken können die Heckers und Helfer nicht nur auf Zehntausende Berliner zurückblicken, sondern auch auf jede Menge Erfahrungen. Frank Hecker erinnert sich an eine alte Dame, die unbedingt Kräppel ohne Füllung wollte. „Als wir ihr dann welche gemacht haben, biss sie rein und sagte ganz gerührt: ‚Genau wie damals bei meiner Mama.‘“ Schöne Erinnerungen hat er auch an einen alten Bäckermeister, der stets aus dem Altenheim zu Besuch kam. Es sei für ihn der Höhepunkt des Jahres gewesen, beim Backen um Rat gefragt zu werden.

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