Mündener gestalten in 16 Monaten ihre Sportanlage neu · Härtetest zum Auftakt

Ein Tanz auf Messers Schneide

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Auf der Terrasse des neuen Vereinsheims gut geschützt vor den Launen des Wetters: Jens Deutschendorf (Erster Kreisbeigeordneter), Frank Mitze (Bauleiter TSV), Torsten Vesper (Vorsitzender TSV), Ewald Wollert (Vertreter Fußballkreis Waldeck), Manuel Mitze

Lichtenfels - Münden. - Zum Eröffnungsfest für die neu gestaltete Sportanlage des TSV Münden gab es gleich einen Härtetest für die Drainage.

Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf nahm den zeitweise heftigen Regen von der heiteren Seite. Der ehemalige Mündener Spieler hatte zuvor beim Spiel der TSV-Traditionsmannschaft gegen die Reserve der SG Goddelsheim/Münden den neuen Rasen persönlich getestet und für gut befunden.

Angesichts des festlichen Anlasses trugen Redner und Gratulanten die Umstände mit Gelassenheit, und so geriet die Einweihung des neuen Vereinsheims zur kurzweiligen Angelegenheit. „Wir haben auch in Rekordzeit gebaut und im Gegensatz zu einer nahe gelegenen Kreisstadt werden wir nicht gleich wieder zumachen, sondern das Häuschen mit Leben füllen“, ulkte Torsten Vesper mit Blick auf die Begleitumstände nach der Inbetriebnahme des neuen Korbacher Hallenbades.

Der Vorstandssprecher des TSV brachte die 16 Monate der Neugestaltung samt Erfolge und Widrigkeiten auf den Punkt: Die Entscheidung, den zum „Golfplatz“ (Loch an Loch) heruntergekommenen Fußballplatz frisch einzusäen und die Erkenntnis, das undichte Dach im alten „Häuschen“ reparieren zu müssen, führte schließlich zu einer grundlegenden Erneuerung des gesamten Sportgeländes.

So pleite wie zuvor

Mit der Gründung des Bauausschusses begann ein „heißer Tanz auf Messers Schneide“ und trotz Spendenkonten und Anzapfen sämtlicher Fördertöpfe sei der TSV Münden nach Abschluss der Baumaßnahmen „genauso pleite wie zuvor“. Nach 235 Tagen mit 5950 Stunden Eigenarbeit war das neue Vereinsheim, mit dem sich der TSV gewissermaßen selbst das schönste Geschenk zum 90-jährigen Vereinsbestehen gemacht hatte, bereit zur Einweihung. 80 Helfer ließen sich für die erforderlichen Arbeiten mobilisieren, die Koordination übernahm „Mister 100-Stunden-Woche“ Frank Mitze, der in neun Monaten 957 Stunden in Planung der Arbeiten und ihre Durchführung investierte. Als kleines Dankeschön gab es für den Organisator ein Wellness-Wochenende am Studienort der Kinder.Mit dem neuen Vereinsheim als Treffpunkt soll Münden auch attraktiver für die Jugendlichen werden. Jens Deutschendorf sah in der neuen Bleibe einen „wesentlichen Beitrag zum Fortbestand des Vereins“, der durch die Baumaßnahmen frische Impulse erhalten habe. Als Vertreter des Sportkreises Wal­deck-Frankenberg, der 4500 Eurozum Neubau beigesteuert hatte, lobte Gerhard Gottmann die Kraftanstrengung und die großartige Organisationseigenleistung des 150 Mitglieder starken Vereins, der sich einen neuen Mittelpunkt geschaffen habe.

Sich selbst geholfen

„Ihr habt in Rekordzeit etwas geschaffen, was lange Bestand haben wird“, würdigte Alf Höfer, der Bürgermeister Uwe Steuber vertrat, die Leistung der Mündener, die sich schnell und tatkräftig geholfen hätten, statt lange auf die öffentliche Hand zu warten. Für die kommenden Jahre wünschte er den Mündenern viel sportlichen Erfolg und keinen Abstieg.

Der aktuelle Klassenunterschied seines Heimatvereins erleichterte Ewald Wollert, der für den Fußballkreis Waldeck einen Ball überreichte, den Wunsch, dass dieses Spielgerät immer öfter ins gegnerische Tor treffen möge. Beim anschließenden Spitzenspiel gegen Sachsenhausen funktionierte der Ball wie gewünscht.

„Ein Haus ohne Wappen ist nix“, hatten sich die Kanoniere gesagt und gleich ein maßgeschneidertes Update zur Eröffnung mitgebracht. Peter Iske überbrachte die Glückwünsche und die Spende der elf Mündener Vereine in einem symbolischen Scheck. Und auch die Nachbarn vom TuS Medebach zogen den Hut vor der Leistung der Mündener und überbrachten neben sportlichen Grüßen die Sauerländer Variante des Waldecker Flachgeschenks.

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