Landjugend aus Wirmighausen wickelt Erntekrone für Bundespräsidenten

Tanzen zu Metallica vor Joachim Gauck

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Gruppenfoto mit Joachim Gauck: Jugendliche aus Wirmighausen überreichen eine Erntekrone dem Bundespräsidenten.

Wirmighausen/Berlin - Zwölf Tänzerinnen und Tänzer der Landjugendgruppe Wirmighausen haben in Berlin eine Erntekrone an Bundespräsident Joachim Gauck überreicht.

Bei einem ökumenischen Erntedankgottesdienst im Französischen Dom überreichten die Tänzer in der vergangenen Woche zusammen mit vier Vertretern der Hessischen Landjugend die Erntekrone an den Bundespräsidenten. Gastgeber der Veranstaltung waren der Deutsche Bauernverband, die Deutschen Landfrauen und der Bund der Deutschen Landjugend.

Schon Monate vorher hatten sich die Wirmighäuser Landjugendlichen zweimal in der Woche getroffen, um die Volkstänze für die Veranstaltung einzustudieren. Gleich zwei Erntekronen wickelte die Landjugend im Rahmen der Aktion „Ich. Du. Wir. Fürs Land“ mit Unterstützung einiger Dorfbewohner an einem Wochenende. Die erste dieser Kronen wurde bereits am 25. September in Wiesbaden an die hessische Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich überreicht.

Die zweite Erntekrone der Landjugend Wirmighausen trat dann am 3. Oktober den langen Weg nach Berlin an. Einen Tag später überreichten die Jugendlichen sie an Bundespräsident Gauck.

Die zwölf Tänzerinnen und Tänzer bereicherten den Erntedankgottesdienst mit zwei Volkstänzen: Als Auftakttanz zeigten sie eine eigene Choreografie auf Metallicas „Whiskey in the Jar“, was die Festgemeinde positiv überraschte. „Der Tanz verbindet Tradition und Gegenwart, Volkstanz und harte, moderne Musik“, sagte Matthias Daun, Bundesvorsitzender der Deutschen Landjugend, in seiner Ansprache. Außerdem führten sie den Tanz „Hammerschmieds Gesellen“ auf, ein Zunfttanz im Walzerschritt.

Für die Landjugend bedeutete es viel Arbeit, sich auf diese Veranstaltung vorzubereiten, aber auch der Bundespräsident musste sich für seine erste Erntekronenübergabe rüsten, wie die Jugendlichen berichteten. Er habe etwas selbstironisch erzählt: „Ich dachte eigentlich, ich könnte hierhin kommen, die Erntekrone mitnehmen und mich bedanken, aber leider war es doch etwas mehr Arbeit.“ In seiner leidenschaftlichen Rede betonte er, dass die Erntekrone viele Bedeutungen habe: „Sie ist einerseits ein schönes Gebilde und repräsentiert außerdem die viele Arbeit der Leute auf dem Land.“

Die Erntekrone hat nun einen Ehrenplatz im Schloss Bellevue, wobei Gauck froh war, dass er sie nicht selbst dorthin tragen musste, sondern dass diese Arbeit ebenfalls von der Landjugend übernommen wurde. Außerdem bedankte er sich bei jeder Tänzerin und jedem Tänzer persönlich für die geleistete ehrenamtliche Arbeit mit einem Händedruck.

Beim abschließenden Gruppenfoto mit dem Bundespräsidenten, den Ernteköniginnen, dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, der Präsidentin der Deutschen Landfrauen und der Erntekrone fühlten sich die Landjugendlichen aus Wirmighausen im Blitzlichtgewitter fast wie echte Stars.(r)

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