Tarife steigen zum 1. November

Taxifahren wird in Korbach teurer

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Wer Taxi fährt, muss bald tiefer in die Tasche greifen: Die Stadt hat die Tarife, die für die Korbacher Taxi-Unternehmen gelten, zum 1. November angehoben.

Korbach – Wer in Korbach ins Taxi steigt, zahlt ab November mehr als bisher. Grund für die Preiserhöhung ist unter anderem die Anhebung des Mindestlohns für die Branche auf 9,19 Euro. Die letzte Erhöhung liegt bereits vier Jahre zurück.

Die Korbacher Taxiunternehmen hatten im Frühjahr gemeinsam bei der Stadt den Antrag gestellt, die Tarife zu erhöhen. Beschlossen hat der Magistrat nun Preise, die etwas unter den Forderungen der Unternehmer liegen. Folgende Änderungen gelten ab 1. November: 

  • Der Grundpreis für eine Taxifahrt beträgt ab 3,20 Euro statt bislang 2,90 Euro. 
  • Jede Wegstrecke kostet nach altem Tarif 1,90 Euro pro Kilometer. Künftig wird zwischen Kurzstrecke und Langstrecke unterschieden: Fahrten bis zu zwei Kilometer kosten 2,60 Euro pro Kilometer, längere Strecken 2,10 Euro. 
  • Berechnet wird auch die Wartezeit: Bisher wurden 24 Euro pro Stunde fällig, künftig sind es 28 Euro. 

Die Taxiunternehmer hatten unter anderem einen Grundpreis von 3,50 Euro sowie drei Euro für Kurzstrecken bis zu einem Kilometer gefordert.

Außerdem war eine zusätzliche Tarifstufe für Strecken von einem bis zwei Kilometern vorgesehen mit einem Kilometerpreis von 2,50 Euro. Längere Strecken sollten 2,20 Euro pro Kilometer kosten, Wartezeiten 30 Euro pro Stunde.

Der Magistrat habe sich intensiv mit dem Antrag beschäftigt und dabei die durchschnittlichen Tarife in der Region gegenübergestellt, erläuterte Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland. Um den Taxentarif ändern zu können, schreibt das Gesetz im Vorfeld außerdem eine Stellungnahme zahlreicher Institutionen und Akteure vor. Dazu gehören unter anderem Industrie- und Handelskammer, Gewerbeaufsicht des Landkreises, Fachverband Pkw-Verkehr und die Gewerkschaft Verdi.

Carsten Vahland erklärt: „Nach Prüfung aller Unterlagen hat sich der Magistrat für eine moderate Anpassung der Entgelte entschlossen.“ Auf die geforderte dreifache Aufgliederung des Fahrpreises sei mit Blick auf die Transparenz verzichtet worden. Auch wenn sich die Unternehmen nicht mit ihren Maximalforderungen durchgesetzt haben, zeigt sich Elke Marczewski von Taxi-Rohn mit dem Ergebnis zufrieden: „Damit können wir wirtschaftlich arbeiten.“

Durch die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns sei der Anteil der Personalkosten am Umsatz im ersten Quartal 2019 von rund 55 Prozent auf nun 67 Prozent gestiegen, erläuterte Elke Marczewski.

Im kommenden Jahr werde sich der Mindestlohn in der Branche weiter auf 9,35 Euro erhöhen. Hinzu kämen Abgaben für Sozialversicherung und Berufsgenossenschaft, höhere Kosten bei Versicherungen sowie allgemein gestiegene Lebenshaltungskosten und nötige Investitionen. „Wir haben beispielsweise in unsere Flotte investiert und komplett auf Euro-6-Diesel umgestellt. Damit sind wir von Fahrverboten in Umweltzonen nicht betroffen.“

Die nun beschlossenen Tarife müssen durch ihre vergleichsweise lange Laufzeit auch künftige Kostensteigerungen auffangen. Der Korbacher Taxi-Unternehmer Ernst-Jörg Kahlhöfer erläutert: „Anders als andere Unternehmer können wir nicht jede Woche den Preis anpassen. Davor steht ein bürokratisches Verfahren mit einem Vorlauf von einem Dreivierteljahr.“

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