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Textilproduktion ist Thema der „Fairen Woche“ in Korbach

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Von: Wilhelm Figge

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Fair gehandelte Kleidung mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken soll die faire Woche, zu der die Steuerungsgruppe um (von links) Franz harbecke, Dr. Marc Müllenhoff und Pfarrerin Christel Wagner einlädt.
Fair gehandelte Kleidung mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken soll die faire Woche, zu der die Steuerungsgruppe um (von links) Franz harbecke, Dr. Marc Müllenhoff und Pfarrerin Christel Wagner einlädt. © Wilhelm Figge

Dass es beim Textilhandel oft unfair zugeht und es besser ginge, ist Thema bei der Fairen Woche. In Korbach findet vom 17. bis 24. September Aktionen statt.

Korbach – „Kleider machen Leute. Aber andersrum ist es auch so: Leute machen Kleider“, sagt Pfarrerin Christel Wagner, Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Korbach. Unter dem Titel „Fair steht dir“ sind Textilien dieses Jahr das Thema der Fairen Woche, die bundesweit vom 16. bis 30. September stattfindet.

Korbach beteilige sich an der Aktion, solange es sie schon gebe, erklärt Franz Harbecke vom Weltladen, der die faire Woche zusammen mit Steuerungskreis und der „KostBar“ ausrichtet. Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch mit mehr als 1100 Toten zeige, wie wichtig es sei, auf die Lieferketten zu schauen – und darauf, ob es in ihnen fair zugeht oder nicht.

Den Auftakt zur Fairen Woche in Korbach bildet ein ökumenischer Gottesdienst mit Christel Wagner, der am Samstag, 17. September, um 17 Uhr in der Nicolaikirche beginnt. „Dabei geht es um mehrere Fragen: Wie gehen wir mit Kleidung um? Muss immer etwas neues in den Schrank oder können wir etwas auch länger tragen?“, schildert die Pfarrerin, die die Kirchengemeinden im Arbeitskreis vertritt. Dass Menschen unter Menschenwürdigen Bedingungen arbeiten und angemessen bezahlt werden, sei dabei durchaus ein christliches Thema. Musikalisch begleiten Organistin Petra Bangert, Gitarristin und Violinsitin Anika Kleinheins und Sänger Dr. Marc Müllenhoff den Gottesdienst.

Ein Mittagsmenü aus fair gehandelten Produkten bietet das Bistro „KostBar“ am Obermarkt dann vom 20. bis 23. September täglich an, also von Dienstag bis Freitag. „Das hat mittlerweile Tradition“, erklärt Dr. Marc Müllenhoff vom Korbacher Stadtmarketing.

Zum Abschluss informiert die Steuerungsgruppe am Samstag, 24. September, von 10 bis 14 Uhr am Berndorfer-Tor-Platz über faire Textilien in Korbach. Anbieter von Sportausrüstung, Kinderkleidung und Heimtextilien stellen sich vor, zudem wird über die verschiedenen Fair-trade-Siegel und den Stadtplan informiert, der zu gerechten Angeboten führt. Mit einem interaktiven Spiel können Besucher den Weg der Jeans rund um die Welt nachverfolgen – vom Rohstoffanbau bis zur Entsorgung sind das neun Stationen, erklärt Franz Harbecke. Zudem gebe es eine Unterschriftenaktion: In Deutschland wurde ein Lieferkettengesetz verabschiedet, auf EU-Ebene wird noch diskutiert. „Olaf Scholz versprach im Wahlkampf, sich für fairen Handel einzusetzen – an dieses ,Fairsprechen‘ wollen wir erinnern“, sagt Franz Harbecke. Es gebe auch Umweltfragen, die auf Bundesebene nicht ausreichend geklärt wurden und ein Nachsteuern erforderten.

„Dass alteingesessene und neue Geschäfte in Korbach fair gehandelte Textilien im Angebot haben, zeigt, dass sie gekauft werden“, sagt Marc Müllenhoff. Aber einen kleinen Anstoß könne das Thema gebrauchen, um mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken – und dafür sei die Faire Woche da. (wf)

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