Laienschauspielgruppen ab 22. Mai mit facettenreichem Programm 

Theaterwoche Korbach startet am Montag: Es gibt noch Karten

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Zeigt ebenfalls ihr Können: Auftreten wird auch die Theatergruppe des Dietzenhofer-Gymnasiums aus Bamberg. 

In der Korbacher Stadthalle, im Bürgerhaus und in der Fußgängerzone findet von Montag, 22. Mai, bis Samstag, 27. Mai, die diesjährige Theaterwoche statt. Unsere Zeitung wirft vorab einen Blick auf den Spielplan und die verschiedenen Laienspielgruppen, die an diesen Tagen ihre eigenen Produktionen in der Kreis- und Hansestadt aufführen.

Korbach. Los geht es mit den Aufführungen bei der Theaterwoche am Montag, 22. Mai, 20 Uhr, in der Stadthalle. Bei „Die Gesetzlosen oder Ich habe dir nie den Himmel versprochen“ handelt es sich um eine Eigenproduktion der Tanzetage Korbach. Gearbeitet wird dort mit den Methoden von Royston Maldoom, der durch Arbeiten mit jugendlichen Nichttänzern am Berliner Theater Weltruhm erlangt hat. Die Tanzetage greift Luther und das Reformationsjubiläum auf. Es geht auf folgende Fragen ein: Was ist Reformation heute? Was ist unser evangelisches Erbe? Am Dienstag, 23. Mai, 9.30 Uhr, findet im Bürgerhaus eine „Zeit-Weise“ statt, die von der Korbacher Theatergruppe des Lebenshilfewerks aufgeführt wird. Die Gruppe gibt es schon seit über 16 Jahren. Diesmal hat sie sich dem Phänomen „Zeit“ angenähert, es erkundet und den eigenen Umgang mit der Zeit hinterfragt. 

Ebenfalls am Dienstag, 23. Mai, gibt es ab 11 Uhr in der Stadthalle die Eigenproduktion „Punkt-um“ von der Theatergruppe Nacht-Sicht der Carl-Strehl-Schule Marburg zu sehen. Dabei geht es um die Biografie eines jungen Lebens, das voller Wendepunkte sein kann: Einschulung, Scheidung der Eltern, Umzug oder andere Erlebnisse. 

In poetischen Bildern, Tänzen, Liedern und Texten werden entscheidende Fragen gestellt, ohne dass Antworten gegeben werden. Das ist Sache des Publikums. Politische Schwerpunkte In der Stadthalle findet am Dienstag, 23. Mai, zudem um 20 Uhr die Eigenproduktion „Von hohen Ufern tiefe Blicke“ vom Ensemble „ARTIG“ der Marienschule Münster statt. Die 16 Darstellerinnen aus der Oberstufen-Theater-AG verbinden darin Texte des Dostojewski-Klassikers „Verbrechen und Strafe“ mit Dokumenten, die das Tun und Denken eines norwegischen Attentäters und zweier amerikanischer jugendlicher Amokläufer beschreiben. 

Am Mittwoch, 24. Mai, stehen im Bürgerhaus um 12 und 16 Uhr die Aufführungen „Akim rennt“ nach dem Kinderbuch von Claude K. Dubois auf dem Programm. Gezeigt werden sie vom Ensemble „compagnie toit végétal“. Dieses noch recht junge Theaterkollektiv von Künstlern aus Nordrhein-Westfalen und Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, politisches und sozial engagiertes Theater für Kinder und Jugendliche zu machen. In dem Stück geht es um den Flüchtling Akim. Es ist eine sehr persönliche Geschichte, aber sie gleicht jener von tausenden anderen Kindern, Männern und Frauen, die auf der Flucht vor Gewalt sind. 

Ebenfalls am Mittwoch, 24. Mai, ist um 20 Uhr in der Stadthalle die Produktion „Märchen“ der Theatergruppe des Dietzenhofer-Gymnasiums Bamberg zu sehen. Der Ansatz der Gruppe ist es, Märchen in ihrer Dreistufigkeit zu zeigen: Auf eine Phase der stabilen Harmonie zu Beginn eines Märchens folgt in der zweiten Stufe, dem zweiten Akt, der Einbruch des Bösen, des Verstörenden, die Zerstörung der stabilen Bezüge. Im dritten Akt wird das Böse überwunden und eine neue, gereiftere Stabilität wiederhergestellt.

Mit der Theaterwoche geht es am Donnerstag, 25. Mai, 20 Uhr in der Korbacher Stadthalle weiter – und zwar mit dem Stück „Schön… für dich?!“ von der Theater-AG des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums Remscheid („EMAtheater“). Im Mittelpunkt einer in sich kreisenden Dramaturgie von Wettbewerbssituationen wie Catwalks, Spielen und Schönheitstests wird der Frage nach einer möglichen Definition von „schön“ nachgegangen.

Die Darsteller im Alter von 15 bis 18 Jahren stellen sich ihren eigenen Gedanken, Befürchtungen und Vorurteilen bezüglich ihres Körpers und dem anderer Menschen. Am Freitag, 26. Mai, 20 Uhr, wird in der Stadthalle das Stück „Weltenbrand – Geschlechterkampf – Kassandra“ von der Theatergruppe der Mies-van-der-Rohe-Schule in Aachen aufgeführt. In dem Stück geht es um die Geschichte einer Außenseiterin, die an die Oberschicht gefesselt ist in einem Staat, der sich zu einem ausgeprägten Patriarchat entwickelt. 

Service: 

Karten für die Aufführungen gibt es noch im Vorverkauf bis einschließlich diesen Freitag, 12 Uhr, beim Landkreis Waldeck-Frankenberg (Frau Frömel, Zimmer 230) und unter Telefon 05631/954-337. Sie kosten für Erwachsene sechs, für Schüler, Studenten und Schwerbehinderte drei Euro. Ansonsten sind Karten natürlich noch am jeweiligen Veranstaltungstag zu bekommen. Am Montag, 22. Mai, startet die Theaterwoche mit dem Straßentheater in der Korbacher Fußgängerzone (im Loch). Dort werden am Samstag, 27. Mai, 10 Uhr, auch die Ergebnisse der Werkstatt-Arbeit gezeigt. Bei schlechten Wetter wird in die Hauer-Turnhalle ausgewichen. 

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