Vöhl

Thora-Rolle und wertvolles Pessach-Buch für die Vöhler Synagoge

- Vöhl. Sie ist kein Gotteshaus, die Vöhler Synagoge. Sonst wäre die spannende Arbeit des Förderkreises vielfach Makulatur. Nein, die Vöhler Synagoge ist ein Ort der Begegnung. Es ist ein Mahnmal der Geschichte, ein Symbol für das Schicksal jüdischer Mitbürger durch den Holocaust. Er gibt aber zugleich Raum für lebendige, fröhliche Veranstaltungen.

Zwei Triebfedern dieses Konzepts sind Kurt-Willi Julius und Karl-Heinz Stadtler. Julius als nimmermüder Chef des Förderkreises, der mit Restaurierung und Programm der Synagoge selbst international für Aufmerksamkeit sorgt. Stadtler als „tragende Säule“ der Forschungsarbeit, wie Julius unterstreicht.

So gab es am Sonntag zur öffentlichen Geburtstagsfeier des Förderkreises viel Applaus für Julius und Stadtler – aber ebenso für viele andere, die sich um das Projekt verdient gemacht haben. Für Jürgen Evers etwa, den unermüdlichen Heimatkundler. Evers stiftete der Synagoge zur Geburtstagsfeier am Sonntag ein besonderes Erinnerungsstück: den Nachdruck eines Huldigungstextes, den die jüdische Gemeinde ehedem Großherzog Ludwig von Hessen-Darmstadt gewidmet hatte.

Helge-Ulrike Hyams wartete zudem mit drei Kostbarkeiten auf: ein neun Meter langes Fragment einer jüdischen Thora-Rolle, zwei originale Setzkästen mit hebräischen Lettern und ein Pessach-Buch von 1946. Die Pädagogik-Professorin leitete in Marburg lange Jahre das Kindheits-Museum. Zusammen mit ihrem 1993 verstorbenen Mann, einem gebürtigen Briten aus London, widmete sie sich insbesondere auch der Sammlung jüdischer Kinderbücher. (jk)

Mehr in der WLZ vom 9. November 2009

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