Reitkuh Delay lässt die Hufe fliegen · Fanfarenzug kommt mit Pferde-Großaufgebot

Tierische Schau auf der Hauer

Korbach - Ganz schön tierisch, „das“ Viehmarkt auf der Hauer: Von der Reitkuh bis zur Schwarzhalsziege „Schmusi“ gab es bei der Tierschau am Samstagvormittag allerhand zu bestaunen.

Absolute Eleganz sieht anders aus. Aber Delay stellt an diesem Morgen spielend alle Pferde in den Schatten. Mittlerweile ist die Reitkuh von Wiebke Pohlmann aus Welleringhausen längst zu einer regionalen Berühmtheit geworden. Dass sie alle Qualitäten hat, die ein gutes Reittier braucht, beweisen die Deutsche Holsteinkuh und ihre Besitzerin bei der Tierschau mal wieder aufs Neue: Delay lässt die Hufe fliegen und transportiert Wiebke im Schweins-, pardon, Kuh-galopp über den Platz. Eigentlich kann sie auch Hindernisse überspringen, doch darauf hat sie diesmal ganz offensichtlich keine Lust. Wenn sie nicht will, will sie eben nicht. So viel Eigensinn muss einer Milchkuh doch gestattet sein.

So kurios wie Reitkuh Delay ist nicht alles, was am Samstagmorgen auf der Hauer für die vielen Zuschauer zu sehen ist. Erstmals mit dabei ist der Verein für Gebrauchshunde Korbach, dessen Mitglieder zum Auftakt der Schau einen Einblick in die Arbeit geben. Collie, Riesenschnauzer, Schäferhund und Terrier zeigen Tricks oder auch mal den festen Biss in den gepolsterten Schutzhund-Ärmel, kommentiert von Ausbildungsleiterin Monika Weiß. Der 2004 gegründete Verein hat sein Übungsgelände übrigens zwischen Korbach und Meineringhausen, in der Gemarkung „Am Melm“ entlang der Wildunger Landstraße.

Mit Pauken und Trompeten zieht anschließend die Wilke-Mühle aus Usseln mit ihrem berittenen Fanfarenzug ein. Die Reiter auf ihren Alt-Oldenburger Pferden bieten ein Bild voller Ästhetik. Überhaupt, für großes Aufsehen sorgen stets die Pferde. Voriges Jahr setzte Springreiten einen besonderen Akzent mit dem berühmten „Korbach-Sprung“.

Diesmal präsentieren Andreas und Daniela Hocke eine Dressur-Vorstellung auf der Hauer. Harald Fedder (Edertal) bringt einen Vollblut-Araber und ein Appaloosa-Pferd in den Ring. Er hat seine Kinderfantasien vom Cowboy zum Beruf gemacht: Vom Edersee aus fährt der „Pferdeflüsterer“ bis weit über die Landesgrenzen hinaus, um Rinderherden zusammenzutreiben.

Lewitzer, Welsh-Pferde, Shetland-Ponys, Mini-Shetlands, Islandpferde bis hin zum wuchtigen Rheinisch-Deutschen Kaltblut (Archehof Frankenau) präsentieren sich ebenfalls den Zuschauern in Korbach. Bei den Rinderrassen gibt es gleichermaßen Neues zu bestaunen. Heimische Züchter zeigen ihre Tiere erstmals wieder kommentiert auch im Ring.

Ute Ermentraudt vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen erklärt fachkundig auch den Laien, was helle Charolais-Rinder von Karl Tönepöhl aus Helmscheid von wolligen „Highland-Cattles“ aus dem Stall von Jürgen Wilke in Rattlar unterscheidet, warum Deutsche Holsteins bei Milchbauern so beliebt sind oder wieso die mächtigen Angus-Rinder von Friedrich Sippel in Helmscheid als Steak auf dem Teller so gefragt sind.

Hinterwälder-Kühe und Triesdorfer aus Frankenau, Galloway-Rinder aus Allendorf und Jersey-Rinder aus Berndorf sind außerdem zu sehen. Dass sie ihre Kälbchen schon gut im Griff haben und außerdem eine Menge über ihre Aufzucht wissen, zeigen die jungen Vorführer Jana-Eileen Emde, Laura Schlömer und Marc Schlömer aus Berndorf. Die Familie Schlichterle aus Ernsthausen bringt obendrein noch ihre zotteligen Poitou-Esel und die Walliser Schwarzhalsziege „Schmusi“ mit zur Tierschau. Wer die Tiere im Ring verpasst hat, für den bieten sich bis zum frühen Nachmittag auch rund um den Platz neben der Bullenhalle noch viele Möglichkeiten zu begutachten, was heimische Züchter so alles in ihren Ställen stehen haben.

Die Landwirte sind auch nach der Schau vor Ort und antworten geduldig auf alle Fragen der Besucher. Vor allem Familien mit Kindern drängen sich um die Boxen und Einzäunungen. Für die Kleinen ist es ein ganz besonderes Erlebnis, die Ponyfohlen zu kraulen oder ins wuschelige Fell der Highlander zu greifen.

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(von Lutz Benseler)

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