NABU fordert, im Naturpark Diemelsee keine Windkraftanlagen zu errichten

Tödliche Gefahr für Greifvögel

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Jüngstes Opfer: Ein Mäusebussard wurde vom Rotorblatt einer Windkraftanlage auf der Vasbecker Hochfläche getroffen.Foto: pr

Diemelsee-Vasbeck - Der Naturschutzbund (NABU) Diemelsee beklagt immer mehr Schlagopfer unter großen Greifvögeln an Windkraftanlagen.

„Immer häufiger werden uns Funde von Greifvögeln gemeldet, die mit den Windrädern kollidiert sind und dabei zu Tode kommen“, beklagt Dr. Almut Finke-Hain, Vorsitzende des NABU Diemelsee. Jüngstes Opfer war ein Mäusebussard, der an einer Windkraftanlage auf der Vasbecker Hochfläche getötet wurde. So würden von den Rotoren nicht nur Rotmilane, sondern auch andere Großvogelarten getroffen. Für den Rotmilan trägt Deutschland eine besondere Verantwortung, da diese Vogelart nahezu ausschließlich in Europa vorkommt und die Hälfte des Weltbestandes (zirka 21000 Brutpaare) dieser Art in Deutschland beheimatet ist, erklärt die Vorsitzende. Angesichts der immer großflächigeren Belegung mit Windkraftanlagen sei es von besonderer Bedeutung, auch zusammenhängende Flächen als Rück-zugsräume für Mensch und Natur frei zu halten. Der Naturpark Diemelsee, der im nächsten Jahr 50 Jahre besteht, sollte deshalb, auch angesichts der zahlreichen bestehenden und geplanten Anlagen in der Nachbarschaft, durch Windkraftanlagen nicht belastet werden, so Dr. Almut Finke-Hain. Die Topographie des Naturparks mit seiner abwechslungsreichen Kuppenlandschaft und hohem Grünlandanteil, stellt einen besonders wertvollen Lebensraum für den Rotmilan dar. Durch die in den letzten beiden Jahren ausgeführten Kartierungen konnte im Naturpark Diemelsee eine hohe Bestandsdichte und damit die besondere Bedeutung des Naturparks als Lebensraum für den Rotmilan dokumentiert werden. Naturfreunde können ihre Beobachtungen im Internet unter www.ornitho.de melden oder sich an den örtlichen NABU wenden.(r)

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