Ederseeschule in Herzhausen wettet gegen den Landkreis und will Energiesparschule werden

„Topp, die Energiewette gilt“

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Die Mittelpunktschule Herzhausen wettet gegen den Landkreis, in einem Jahr zehn Prozent der Energiekosten einzusparen. Foto: Marianne Dämmer

Vöhl-Herzhausen - Wetten, dass: Die Ederseeschule wettet mit Landrat Reinhard Kubat, in einem Jahr zehn Prozent Energie einzusparen. Gewinnen die Schüler, ist für den Landrat einen Tag lang in Herzhausen Dorfputz angesagt.

Siegesgewiss nehmen die Mädchen und Jungen des Wahlpflichtfachs (WPU)Ökologie, Klimaschutz und Energiesparen die Aufgabe an: Bei der Unterzeichnung der Wette mit Landrat Dr. Reinhard Kubat gestern in der Cafeteria der Ederseeschule in Herzhausen waren sie sich sicher, in einem Jahr zehn Prozent der Energiekosten an der Schule einsparen zu können und damit den Titel „Energiesparschule“ zu erreichen: „Klar, das schaffen wir“, betonten sie überzeugt. „Ich freue mich auf die Wette“, sagte Kubat und nahm die Wette der Schule an. Neben den Vertretern der Schule unterzeichneten den Vertrag alle WPU-Schüler sowie Reinhard Kubat und Friedhelm Pfuhl, Leiter des Fachdienstes Schule und Bildung beim Landkreis.

Gewinnt die Schule, zahlt der Landkreis als Schulträger die Hälfte der eingesparten Energiekosten als Wetteinsatz. In Zahlen ausgedrückt: Der gesamte Schulstandort verbrauchte im Jahr 2012 Heizöl, Strom und Wasser im Wert von exakt 57443 Euro – gewinnt die Schule, dürfte sie demnach 2872,15 Euro für sich verbuchen, rechnete Nico Wirth, Energiemanager beim Eigenbetrieb Gebäudemanagement, vor. Er begleitet die Wette ebenso wie Tanja Müller, Klimaanpassungsbeauftragte beim Landkreis. Mit dem Geld könnte zum Beispiel ein großes Schulfest veranstaltet werden, sagte Susanne Kubat, Lehrerin für Naturwissenschaften an der Ederseeschule. Sie hatte mit den Schüler die Wette gegen den Landkreis ausgearbeitet.

Im Juli hatte sich die Schule mit einem Energiespartag bereits auf die Aufgabe eingestimmt, seit gestern heißt es: „Topp, die Wette gilt“, und auf den Tag genau in einem Jahr wird Bilanz gezogen. Dann zeigt sich, ob der Landrat oder die Schüler zum Großputz in Herzhausen antreten müssen. „Das ist Eure Chance. Ihr müsst die anderen Schüler und Hausmeister Nils Backhaus mit auf eure Seiten ziehen, dann könnt ihr euer Ziel erreichen“, sagte Schulleiter Richard Donges.

Denn um das Ziel zu erreichen, muss jeder Einzelne sein Verhalten ändern, müssen alle gemeinsam konsequent ein Jahr lang an allen Schrauben drehen. Damit kommt den WPU-Schülern ab sofort eine wichtige Aufgabe zu: Sie müssen die anderen rund 400 Mädchen und Jungen der Ederseeschule überzeugen, bei dem Vorhaben mitzumachen und ihnen Tipps an die Hand geben, wie sich möglichst viel Energie in den Klassenräumen sparen lässt. Als Ansprechpartner gibt es „Energiedetektive“ in den Klassen der Grundschulen und „Energiebeauftragte“ im Haupt- und Realschulzweig; sie sollen einen besonders kritischen Blick darauf haben, dass Energie nicht verschwendet wird – ob Wasser, Strom oder Heizöl. Ein paar Regeln kennen sie schon, doch zusammen mit Hausmeister Nils Backhaus sollen noch weitere Spar-Clous ausgearbeitet werden, damit die Schüler die Wette auch gewinnen, erklärte Susanne Kubat.

Von Marianne Dämmer

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