TuS Rhenegge feiert am Samstag 100-jähriges Vereinsbestehen · Fritz Müller und Ludwig Klöser blicken

Mit dem Traktor zum Fußballspiel

Mit den Turnern fing alles an (Foto aus den 1930 Jahren): Am Wochenende feiern die Mitglieder des TuS Rhenegge das 100-jährige Vereinsbestehen. Fritz Müller (kleines Bild, l.) und Ludwig Klöser (r.) sind seit über 60 Jahren dabei. Sie warfen mit dem Vorsitzenden Uwe Pohlmann einen Blick in die Chronik. Fotos: pr/tt

Diemelsee - Rhenegge - Auf 100 Jahre Vereinsgeschichte blicken die Mitglieder des TuS Rhenegge am Samstag zurück. Fritz Müller und Ludwig Klöser haben einen großen Teil davon aktiv mitgestaltet.

Der eine sorgte über Jahrzehnte für eine aktive Fußballabteilung, der andere brachte das Wandern im Verein in den Diemelseer Ortsteil. Fritz Müller und Ludwig Klöser haben den TuS Rhenegge über viele Jahrzehnte auf unterschiedliche Art und Weise geprägt. Am Samstag feiern die Mitglieder das 100-jährige Bestehen des Vereins, der Stiftungstag war der 1. Mai 1913.

Turnen in der Gaststätte

Etwa 35 Jahre später ist Fritz Müller das erste Mal als Sportler für den TuS Rhenegge aktiv - zumindest erinnert er sich an das Turnfest in Mengeringhausen, an dem der heute 78-Jährige teilnimmt. „Wenn wir nicht im Freien geturnt haben, dann ging es in die Festhalle oder in die Gastwirtschaft Bangert“, weiß Müller.

1913 sind es die Mitglieder des Burschenvereins, die Sport in Rhenegge im Verein ausüben wollen. Die Gründung erfolgt als reiner Turnverein. Doch spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg verschieben sich die Interessen der Sportler. „Das Turnen ließ nach, wir haben auf Wiesen und Feldern angefangen, Fußball zu spielen“, berichtet Müller.

Fußballer nehmen Fahrt auf

1946 wird der Verein dementsprechend in „Turn- und Sportverein“ umbenannt. Die neu formierte Fußballmannschaft nimmt später auch für kurze Zeit am Ligabetrieb teil, doch wegen zu hoher Fahrtkosten und mangels Sportplatz wird das Team zurückgezogen. „Wir sind mit dem Trecker zum Spiel nach Willingen gefahren, die Kinder kamen mit dem Fahrrad hinterher“, erinnert sich Müller. „Und für die Fahrt nach Hesperinghausen haben wir uns Motorräder ausgeliehen“, fügt Ludwig Klöser an.

Es sind aufregende Zeiten für die Fußballer in Rhenegge und zu den Bemühungen der Sportler gesellt sich auch bald der Erfolg. Ab 1953 werden Spiele auf dem neu geschaffenen Sportplatz ausgetragen, 1960 folgt der erste Aufstieg der Vereinsgeschichte - es geht in die B-Klasse. Allerdings finden sich nicht mehr genügend Spieler, die Mannschaft muss zurückgezogen werden. (tt)

Suche nach Sportlern

Und das trotz des Einsatzes von Fritz Müller: „Wir haben jeden im Ort gefragt, ob er schon einmal Fußball gespielt habe.“ Die „Talentsuche“ führt zu teils kuriosen Szenen. Ein Knecht habe die Anweisung bekommen, Linksaußen zu spielen. Wo er diese Position auf dem Spielfeld einzunehmen hatte, habe der junge Mann allerdings nicht gewusst.

Volkswandern seit 1975

Das Programm

Fritz Müller ist in der Folge als Kapitän, Platzwart, Jugendtrainer und Fußballobmann im TuS Rhenegge aktiv. Mehrere Jahrzehnte hat er die Entwicklung des Vereins mitgestaltet. Das gilt genauso für Ludwig Klöser, wenn auch in einer anderen Sparte. Seit dem 1. Mai 1975 veranstaltet der Verein das Volkswandern, an dem jährlich bis zu 200 Leute teilnehmen. „Ich habe seitdem wohl das halbe Wal­decker Land durchwandert“, sagt der 88-Jährige. Dazu ist Klöser 32 Jahre lang Schriftführer des TuS Rhenegge.

„Die Gemeinschaft ist da“

Klöser und Müller sind auch auf den Fotos aus der Vereinsgeschichte zu sehen, die am Samstag beim Festkommers präsentiert werden (siehe Programm). Dort wird sicherlich die ein oder andere Anekdote ausgetauscht.

Denn der TuS Rhenegge hat in 100 Jahren viele Umbrüche mitgemacht. Turnen und Fußball gibt es heute nicht mehr, vor das runde Leder treten nur noch die Alten Herren vereinzelt. Viel Zuspruch findet die Damengymnastik, die seit 1987 besteht. Dem eifert mittlerweile auch eine Männergruppe nach. Dazu gibt es Kindertanz und Leichtathletik in der LG Diemelsee. „Für vieles fehlen einfach die jungen Leute, aber die Gemeinschaft ist nach wie vor da“, sagt der Vorsitzende Uwe Pohlmann.

Programm

Mit einem Kostümball und der traditionellen Maiwanderung haben die Rhenegger das Jubiläumsjahr schon frühzeitig eingeläutet. Am kommenden Samstag, 24. August, folgt mit dem Festabend der Höhepunkt.

Die Rhenegger Vereine treffen sich um 18.15 Uhr am Schützenplatz.

Um 18.30 Uhr folgt das Antreten zur Kranzniederlegung am Ehrenmal. Von dort geht es im Festzug zur Schützenhalle.

Um 19.30 Uhr beginnt der Kommersabend, der möglichst kompakt gehalten werden soll. Es gibt Vorführungen der Tanz-Kids und der Damengymnastikgruppe, Ehrungen und einen kurzen Rückblick in die Geschichte des Vereins. Anschließend steht Tanz mit dem Musikverein Giershagen an.(tt)

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