Freilichtbühne Korbach zieht Jahresbilanz · Vier Lücken im Vorstand geschlossen

"Trotzdem: Es war kein schlechtes Jahr"

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Korbach - Fast die Hälfte des Vorstandes neu besetzt, fast nur die Hälfte an Zuschauern, aber dafür doppelten Grund zur Freude: Für die Mitglieder der Freilichtbühne war 2011 ein forderndes Jahr. Optimistisch gucken sie nun nach vorn.

„Wir proben schon so intensiv, da kommt einem die Rückschau auf das Jahr 2011 vor wie eine halbe Ewigkeit“, gestand Vorsitzender Volker Thielemann während der Jahreshauptversammlung im Hotel „Goldflair“ – und wagte dann doch einen Blick zurück. Opulent in der Ausstattung, toll in den Kostümen und gut bei den schauspielerischen Leistungen: Thielemann gewann der abgelaufenen Saison viel Gutes ab. Die zwei für 2011 ausgesuchten Stücke, „Die unendliche Geschichte“ und „Ein Sommernachtstraum“, erwiesen sich demnach als gemeisterte Herausforderung.

Für das Kinderstück von Michael Ende existierte zuerst keine Fassung für ein Freilufttheater. „Es gab keinen Text. Aber hier haben die Spielleiter gezeigt, was alles in ihnen steckt“, fand Thielemann lobende Worte für Thorsten Heck und Jens Lessing. Sie hatten mit viel Einsatz die Spielleitung in 2011 erstmals übernommen und mit ihrer Theaterausbildung frischen Wind in den Verein gebracht. 2012 wird aber womöglich bereits ihr letztes Engagement. Thielemann versuchte, die beiden Mitglieder vom weiteren Einsatz zu überzeugen: „Ihr solltet euch nicht schon jetzt zurückziehen“, bat er.

„Gelassen und präzise“ sei Heike Pötzsch bei der Inszenierung des „Sommernachtstraums“ vorgegangen, schaute Thielemann mit Respekt auf das Abendstück zurück. „Shakespeare steht immer für Qualität“, befand der Vorsitzende. Einziger Wermutstropfen: Die Zuschauerzahlen blieben hinter den Erwartungen der Spieler und Helfer zurück, vor allem beim Stück für die Erwachsenen. Mit 5843 Besuchern erreichten die insgesamt 26 Aufführungen wenige Menschen – im Vorjahr waren über 10?000 Zuschauer auf die Freilichtbühne geströmt. „Trotzdem: Es war kein schlechtes Jahr“, blickte Thielemann auf die guten Seiten der vergangenen Saison.

Doppelten Grund zur Freude sah der Vorsitzende für den Verein an sich: Schließlich seien die Finanzen trotz Ausgaben im Rahmen der „Frequenzzuweisungsplanverordnung“ in Ordnung und die Gemeinschaft innerhalb des Vereins stimme. Dass durchaus verschiedene Charaktere aufeinandertreffen, die sich aneinander reiben können, wurde bei den Wahlen des neuen Vorstands klar. Er habe es nicht immer allen recht machen können, habe sich aber stets am Vereinswohl orientiert, schickte Thielemann vorweg. Trotzdem: Bei seiner Wiederwahl bekam er zwei Gegenstimmen aus den Reihen der 50 anwesenden Mitglieder. Stellvertreterin Sabine Lessing bekam mit einer ablehnenden Stimme ebenfalls ein wenig Gegenwind zu spüren.

Vier Lücken im Vorstand galt es zudem zu schließen: Christine Nusser-Berberich, Bärbel Rumpf, Harald Rösler und Heide Kappelmann stellten sich nicht mehr zur Verfügung. Ihnen allen galt mit Blumen und Worten der Dank der Anwesenden. Bei den übrigen Posten herrschte weitgehend Einigkeit. Torben Siska übernimmt die Abteilung „Schriftleitung und Werbung“; allerdings ohne einen Stellvertreter an seiner Seite. Sabine Lessing soll unterstützend wirken, bis ein Mitglied gefunden worden ist.

Klaus-Jürgen Saure ist für Bühne und Technik verantwortlich. Brigitte Mettenheimer herrscht über die Finanzen, unter die Arme greift ihr Elke Scheurer als Stellvertreterin. Kostüme und Requisiten sind das Aufgabenfeld von Silvia Strube. Bei Beleuchtung und Beschallung gibt Achim Trost fortan den Ton an. Die Interessen der Jugendlichen im Verein, etwa 20 Prozent aller Mitglieder, vertreten Katharina Rauhut und Yannick Dommermuth (Stellvertreter). Die nächsten drei Jahre kontrolliert zudem Gabriele Wilke die Ein- und Ausgänge der Vereinskasse.

In den kommenden Monaten stehen nun die ersten Proben für die neuen Stücke „Nora Drachenbezwingerin“ und „Die Feuerzangenbowle“ auf dem Plan (wir berichteten). Thielemann, für den die kommenden drei Jahre als Vorsitzender nach eigener Aussage die letzten werden sollen, dankte 472 Mitgliedern, allen Helfern, Beteiligten und Sponsoren. Vor allem die Verwaltung der Stadt Korbach unterstütze den Verein nach Kräften, befand die ehemalige Kassiererin Christine Nusser-Berberich.

Die jährliche Unterstützung der „Aktion für behinderte Menschen“ mit eigener Vorstellung geht in ihr elftes Jahr. „Wir haben für die kommende Aufführung bereits rund 700 Mann zusammen“, berichtete Vorsitzender Oberst a.D. Jürgen Damm. Für 25-jährige Mitgliedschaft bedankten sich die Mitglieder bei: Ulrich Deiters, Sandra Ricke, Ursula Ricke, Inken Rösler, Bastian Thielemann, Gabriele Wilke und Wilfried Wilke. Seit 40 Jahren ist inzwischen Harald Rösler in der Freilichtbühne und deren Vorläufer, der Festspielgruppe, zu Hause. Alle bekamen Urkunde und Blumenstrauß überreicht. (den)

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