Ankara kommt wichtige Rolle zu

Türkei-Experte Dr. Wulf Schönbohm referiert am Korbacher Gymnasium

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Bis 2004 leitete Wulf Schönbohm das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ankara. Bei seinem Besuch in Korbach diskutierte er mit Gymnasiasten der alten Landesschule.

Korbach. „Die Türkei braucht eine Perspektive zum EU-Beitritt. Das sind wir den Liberalen und Minderheiten dort schuldig. Zudem sind die Probleme im Nahen Osten ohne die Türkei kaum lösbar. Ein Beispiel dafür ist der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei“. Das sagte der ehemalige CDU-Politiker Dr. Wulf Schönbohm vor Politikkursen des Jahrgangs 12 in der Alten Landesschule.

Damit widersprach er den Jugendlichen, die sich zuvor in einer schulinternen Abstimmung mit großer Mehrheit gegen einen EU-Beitritt ausgesprochen hatten. Bis 2004 leitete Schönbohm das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ankara. Zuvor war der einstige Bundesvorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in der CDU-Bundesgeschäftsstelle enger Mitarbeiter von Generalsekretärs Heiner Geißler und stieß dort wichtige Reformdiskussionen an. Dabei lag er mit seiner Meinung mitunter quer zur Parteilinie, so auch in der Türkeifrage. Viele der 80 Millionen Einwohnern dort profitierten vom starken wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre unter dem jetzigen Staatspräsident Erdogan, so der 75-Jährige vor den Jugendlichen. Dieser stütze sich vor allem auf die Bewohner ländlicher Regionen und der Vorstädte, habe zu Beginn seiner Regierungszeit wichtige Reformen auch in Richtung EU-Beitritt unternommen und sehe die Türkei als Mittelmacht. (Von Johannes Grötecke)

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