Korbach: Freiwillige Feuerwehr rückt 2011 zu außergewöhnlichen Einsätzen aus

Was tun, wenn der Hamster in Not ist?

- Korbach (tt). Egal ob ein Hamster in Not oder ein brennendes Grab: Das Jahr 2011 war für die Feuerwehr Korbach voll von Kuriositäten und persönlichen Erfolgen, aber auch traurigen Schicksalen. Ein Rückblick.

Zu rund 190 Einsätzen musste die Feuerwehr Korbach im vergangenen Jahr ausrücken. Klingeln die Piepser, wird immer vom Ernstfall ausgegangen. Selbst wenn vor Ort dann häufig Fehlalarm diagnostiziert wird – wie etwa in der Korbacher Jugendherberge, wo die Feuerwehr im April 2011 an vier aufeinanderfolgenden Tagen ausrücken musste. Ein Feuer zu löschen gab es aber nie.

Eine der Ursachen für die Einsätze war ein technischer Defekt an der Brandmeldeanlage. Es kam aber auch schon mal vor, dass junge Gäste zu viel Deo im Raum versprühten und damit unfreiwillig den Feueralarm auslösten. Das sorgte auch bundesweit für Schlagzeilen. Ähnliches weiß Harald Casper, Wehrführer in Korbach, von einem anderen Fall zu berichten: „Eine Zeit lang rückten wir jeden Donnerstag um 18 Uhr zu
einem Lebensmittelgroßhandel
aus“. Doch von Feuer und Rauch keine Spur, viel mehr war es Wasserdampf aus den Hochdruckreinigern, der die Brandmeldeanlage in Gang setzte.

Aber auch wenn es um die Rettung von Lebewesen geht, erlebten die Feuerwehrleute außergewöhnliche Vorfälle. So meinte eine Hausbewohnerin, in der Wohnung der Nachbarin den Rauchmelder piepsen zu hören. Als die Feuerwehr eintraf und die Tür öffnete, lag allerdings nur der Telefonhörer nicht richtig auf dem Telefon.

Glück im Unglück hatte auch Hamster „Kessy“. Im April ging die Nagerin auf dem Balkon im vierten Stock auf Entdeckungstour, fiel dabei aber durch einen Spalt rund zwei Meter in die nächste Etage. Da die Nachbarn nicht zu Hause waren, musste die Drehleiter her. Die Feuerwehrleute retteten die Hamsterdame, die sowohl Sturz als auch Aufregung gut überstand.

Nicht alltäglich war auch der Einsatz auf dem Korbacher Friedhof. Dort bemerkte eine Frau, wie Rauch aus einem Grab stieg. Die alarmierte Feuerwehr stellte mit einem Messgerät eine Temperatur von über 400 Grad in der Erde fest. Mit Wasser wurde das Grab rund 40 Minuten lang abgekühlt. Auslöser für den Brand war wahrscheinlich eine Zigarette oder eine Glasscherbe. „So etwas ist bei uns noch nie vorgekommen“, kann sich Harald Casper an keinen vergleichbaren Fall erinnern.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 21. Januar.

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