Twirling beim TSV Korbach

Grazile Show mit Stabwirbel

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Mit Begeisterung dabei: ein Teil der aktiven Sportlerinnen der Twirlingabteilung des TSV Korbach.

Twirling – das ist Körperbeherrschung, Musikalität und Emotion. Ein Tanzsport mit Jonglage rund um den wirbelnden Metallstab. Aber auch großer Teamgeist. Den leben die Aktiven des TSV Korbach mit Spaß und Leidenschaft.

Twirling kommt von „twirl“ (englisches Wort für wirbelnd, drehend). Diese komplexe Sportart vereint Elemente aus Tanz, Ballett und Turnen. Bei ihren Übungen halten die Tänzerinnen den 90 bis 110 Zentimeter langen Metallstab ständig in Bewegung und zaubern die tollsten Figuren damit. Eine artistische Jonglage und Show mit fantasievollen, manchmal auch glitzernden Kostümen, so ähnlich wie bei den Auftritten der Cheerleader. Kein Zufall, schließlich ist der Sport während der 70er-Jahre in den Staaten entstanden. „Klar, die Präsentation einer Choreografie ist ein wesentliches Moment unseres Sports – aber vor allem geht es um Gymnastik, Körperbeherrschung und Rhythmusgefühl“, erklärt die lizensierte Trainerin Nadja Buda.

Die Glitzergirls in Aladin-Kostümen mit TrainerinNicole Kromm.

So fing alles an: Die Twirling-Abteilung des TSV wurde im Jahr 2013 gegründet – auch um die Schul AG-Twirlingangebote der Westwallschule und der Marker Breite Schule in Korbach zu erweitern. „Wir wollten den Twirlingsport in Korbach wieder populärer machen, den zuvor die Schützengilde angeboten hat“, so Melanie Emde, die erste Abteilungsleiterin. Bis Sommer 2018 war sie im Amt, dann gab sie das Zepter an Friedrich Vogel weiter.

Fitness, Ideen und Gefühle

Während bei den Kleinen sichtbar der Funfaktor im Vordergrund steht und sie Riesenspaß am Erstellen der Tänze haben, wird der Sport mit zunehmendem Alter und Können graziler.

Die Funkelsterne mit den TrainerinnenNicole Becker und Christine Hesselbein.

„Immer wieder ein super Erlebnis, in den unterschiedlichen Choreographien verschiedene Tanzstile auszuprobieren und dabei seine Emotionen durch Musikinterpretation auszudrücken. Jeder Tanz ist eine neue Herausforderung. Und wenn eine Figur klappt, ist das Erfolgserlebnis groß. Eine Weiterentwicklung, die sichtbar ist“, so Christine Hesselbein, die wie die anderen Übungsleiterinnen betont: „Besonderen Wert legen wir darauf, den Teamgedanken in den Vordergrund zu stellen.“

Das Modern Team Diamonds mit Trainerin Corinna Neige.

Der Twirlingsport sei für viele der zurzeit etwa 70 aktiven und 15 passiven Mitglieder mehr als ein Hobby, eher ein Gemeinschaftserlebnis wie in der Familie. Die Mädchen sind zwischen 6 und 18 Jahre alt. Jede der Sportlerinnen gehört zu einem Turnierteam, einer nach Alter sortierten Gruppe, die auch an Meisterschaften teilnimmt. Insgesamt gibt derzeit neun Gruppen, die von diesen Trainerinnen betreut werden: Melanie Emde, Christine Hesselbein, Wencke Wagener, Nadja Buda, Nicole Kromm, Nicole Becker, Corinna Neige und Birgit Thormeier. Als ausgebildete Trainerassistentinnen, die selbst noch sportlich aktiv sind, leisten zudem Lara Wagener, Sarah Neige, Jennifer Markvart und Arina Haas ihren Beitrag.

Die jüngste Gruppe der Abteilung: Just Twirl mit Trainerassistentin Lara Wagener. 

Im Training lehren sie die Stabtechnik, fokussieren sich aber auch auf die tänzerische Ausbildung. Denn zum Twirling gehören auch Elemente des Balletts, Bodenturnens und Modern Dance. Die Tänzerinnen führen unter den „fliegenden“ Stäben akrobatische Übungen aus, bevor sie die Stäbe wieder fangen. Der Kreativität beim Einüben der Choreografien sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

Und so sieht das Vereinsleben heute aus: Während die Anfänger einmal in der Woche üben, haben die Turniersportler drei- bis fünfmal in der Woche Training. Dabei werden meistens Tänze für die Turniersaison (Januar bis Mai) choreografiert. Bis zu 35 Sportlerinnen aus der Kreisstadt sind in dieser Saison zu den Wettkämpfen auf nationaler Ebene gemeldet. Auch an den internationalen Turnieren (von Juni bis August) haben schon Korbacherinnen teilgenommen. Nicht nur in Teams, sondern auch in Paar- und Einzeldisziplinen.

Besonders fiebern die Sportlerinnen der Hessenmeisterschaft in der Heimat entgegen, die mit dem Hessen-Cup am 9. und 10. März in der Großsporthalle auf der Hauer stattfindet. Die Planungen sind bereits in vollem Gang, denn so ein Turnier erfordert viel Organisation im Hintergrund und natürlich auch finanzielle Mittel. Schließlich müssen Musikanlage, Programmhefte und Pokale beschafft werden. Dazu gehören Essen und Trinken, schließlich der Sanitäter vor Ort. So ist die Twirling-Abteilung auf Sponsorengelder angewiesen, um die Turniere in Korbach realisieren zu können. Dank gilt den Sponsoren, der Waldecker Bank, Sparkasse Waldeck-Frankenberg, EWF und Sprenger-Druck.

35 Sportlerinnen gemeldet

Das sportliche Highlight in diesem Jahr sind die Deutschen Meisterschaften in Wetzlar im Mai. Als weiteres Ziel haben sich einige Sportlerinnen die Teilnahme am International-Cup im August in Frankreich gesetzt. Die Qualifikation hierfür können sie bei der Deutschen Meisterschaft erreichen.

Die Korbacher Twirlingsportlerinnen gehen optimistisch an die Starts, denn den Titel „Vereinsmeister in Deutschland“ holten sie sich in den vergangenen drei Jahren in Folge. Mehrere Male wurden sie zudem deutscher Vizemeister. Außerdem können sie auf mehrere Hessenmeistertitel verweisen und erreichten die Teilnahme am European-Cup 2016 in Frankreich, am International-Cup 2017 in Kroatien und am European-Cup 2018 in Irland.

Übrigens: Je länger man den Sport betreibt, desto höher muss die Sportstätte sein. Das kann schon mal zu Problemen führen, da die Top-Sportlerinnen beim Hochwerfen der Stäbe bereits an die Decke der Louis-Peter-Halle – als höchste Halle in der näheren Umgebung – kommen.

Aber nicht nur auf die sportlichen Wettkämpfe bereiten sich die Aktiven vor, auch für Auftritte bei Events oder Firmenfeiern erarbeiten sie Show-Tänze. Ein Highlight sind hierbei effektvolle Tänze im Schwarzlicht oder mit leuchtenden Stäben, die eine magische Atmosphäre zaubern.

Natürlich geht alles einfacher, wenn der Teamgeist stimmt, auch deshalb treffen sich die Aktiven neben Training und Turnieren regelmäßig zu gemeinschaftlichen Events wie Weihnachtsfeiern, Wochenendfahrten und anderen Aktionen.

Wie in vielen anderen Vereinen lebt die Twirlingabteilung natürlich von der Hilfe der vielen fleißigen Eltern, die sich als Fahrer zu den Turnieren einbringen, bei vereinseigenen Events Essen und Trinken verkaufen oder für Kaffee, Kuchen und andere Verpflegung spenden. Aber auch beim Schneidern der Kostüme, Schminken für die Auftritte oder Fotografieren auf Turnieren leisten die Angehörigen ehrenamtlich unverzichtbare Arbeit.

Und wie sehen die weiteren Pläne aus? „Wir hoffen, bald wieder eine Anfängergruppe eröffnen zu können“, so Abteilungsleiter Friedrich Vogel, der interessierte Mädchen und Jungen herzlich einlädt, sich bei ihm zu melden und sich auf die Warteliste setzen zu lassen.

Das beste Alter, um mit Twirling anzufangen, liegt zwischen 6 und 8 Jahren. Eine gute Voraussetzung ist körperliche Dehnbarkeit, Musikalität und gute Koordinations- und Auffassungsgabe.

Twirlingsport bietet verschiedene Möglichkeiten – je nachdem, wieviel Zeit man investieren möchte. Breitensportler trainieren ein- bis zweimal in der Woche. Leistungssportler üben drei- bis fünfmal wöchentlich. Und wer dranbleibt, kann an den nationalen Turnieren teilnehmen, die etwa vier Mal im Jahr stattfinden. /Achim Rosdorff

Info

www.tsv-korbach.de/ abteilungen/twirling

twirling@tsv-korbach.de

Ansprechpartner: Abteilungsleiter Friedrich Vogel, Tel. 0160-3503095

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