Neuntklässler der Mittelpunktschule Adorf nehmen an einem Planspiel der Europäischen Kommission teil

Über die Gesetze in Europa entscheiden

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An einem Planspiel zum Gesetzgebungsverfahren der EU nahm die Klasse R9 der Mittelpunktschule Adorf von Lehrer Karl Kemmerling teil. Was trocken klingt, wurde realitätsnah umgesetzt.

Diemelsee - Adorf. - Bis bei der EU ein geplantes Gesetz verwirklicht wird, können Monate oder auch Jahre ins Land ziehen. Lediglich einen Tag brauchten Schüler aus Adorf dafür bei einem Planspiel.

Wenn der Präsident der Europäischen Kommission, Abgeordnete aus Schweden, Ungarn sowie Italien und Vertreter von Facebook oder Twitter an der Mittelpunktschule Adorf zusammenkommen, dann muss schon etwas Besonderes passieren.

In diesem Fall sind es aber nicht José Manuel Barroso und seine Kollegen persönlich, sondern Neuntklässler, die im Rahmen eines Planspiels in die Rollen von Politikern und Lobbyisten schlüpfen. Sie sollen ein Gesetz zur Urheberrechtsverletzung und zum Datenschutz auf den Weg bringen. Dafür müssen die Schüler Richtlinien ausarbeiten, Debatten für oder gegen den Entwurf führen, eine Pressekonferenz geben und letztendlich über das ausgehandelte Gesetz abstimmen.

Was nach trockenem Stoff klingt, wird von den Organisatorinnen Julia Thunecke und Franziska Otto spielerisch umgesetzt. Die Schüler setzen sich mit dem Thema Datenschutz auseinander und haben Freude daran. „Das Planspiel macht Spaß. Jeder kann seine Meinung vortragen“, sagt zum Beispiel Schüler Felix Amstutz. Er und seine Mitschüler glauben, dass so die teils komplexen Thematiken besser hängen bleiben.

Das hofft auch Lehrer Karl Kemmerling. Er hatte sich mit seiner Klasse bei der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn für das Planspiel beworben, diese bietet die Aktion an 32 Schulen in Hessen und Rheinland-Pfalz an. Neben den Schülern in Adorf durften sich auch die Neuntklässer des Gustav-Stresemann-Gymnasiums in Bad Wildungen als Politiker versuchen.

Julia Thunecke ist vom Engagement der Schüler angetan: „Wir wollen einen Bezug zur Realität herstellen und die Schüler sind sehr gut dabei.“ Und so lautet auch das Fazit der Adorfer Schüler: „Das hat sich gelohnt.“

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