Netzwerk für Toleranz übergibt Förderbescheide für vier Projekte im Kreis

Über Sport oder Musik zusammenfinden

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Nach der Übergabe der Bescheide im Korbacher Kreishaus (v. l.): die Koordinatorin des Netzwerks für Toleranz, Ursula Müller, der Leiter des Fachdienstes Dorf- und Regionalentwicklung der Kreisverwaltung, Dr. Jürgen Römer, Jeremie Gomes Tiss und Manuel Schmidt vom Jugendhaus in Bad Wildungen, Sportlehrer Theo Schätte, der VfL-Sportwart Christoph Neugebauer und Landrat Dr. Reinhard Kubat. Foto: sg-

Korbach - Das Netzwerk für Toleranz fördert vier Projekte im Kreis mit Zuschüssen aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“.

Landrat Dr. Reinhard Kubat übergab die Bescheide am Mittwoch im Kreishaus. Das Netzwerk sei für fünf Jahre in das Programm des Bundesfamilienministeriums aufgenommen worden, erklärte er. Es setze sich ein für eine offene und tolerante Gesellschaft und gegen Rassismus oder die Bestrebungen der „Pegida“-Bewegung.

Der Bund stelle dem Netzwerk jährlich 50000 Euro zur Verfügung; er hoffe, dass noch 10000 Euro hinzukämen. Mit dem Geld könnten auch kleinere Projekte bedacht werden. Sie seien bedeutend für die Umsetzungen der Ziele.

Projekte vorgestellt

Die vier Projekte dienen der Eingliederung von Flüchtlingen oder fördern die deutsch-polnische Freundschaft und ein tolerantes Zusammenleben. Mitarbeiter stellten sie kurz vor.

Der VfL Bad Arolsen bietet Flüchtlingsfamilien Hallenhockey an. Gespielt werde einmal die Woche für anderthalb Stunden, berichtete der Sportwart Christoph Neugebauer. Eigentlich sollte das Projekt im Oktober nach zehn Übungsterminen auslaufen, wegen der vielen positiven Rückmeldungen sei es aber fortgesetzt worden. Inzwischen stehe ein fünfköpfiger Trainerstab zur Verfügung. Im Schnitt kämen 20 Kinder, fünf bis sechs Jugendliche und einige Eltern, die mitspielten. Das Angebot soll die Eingliederung der Flüchtlinge verbessern, kombiniert ist es mit einer sprachlichen Unterstützung. Der VfL erhält rund 380 Euro, was den Großteil der Kosten deckt. Über das Projekt haben Flüchtlinge auch den Weg in andere Vereinsabteilungen gefunden.

Das Jugendhaus in Bad Wildungen bekommt 500 Euro für sein Open-Air-Konzert am 5. Juni auf dem Kirchplatz zum Thema „Gemeinsam für Toleranz in Bad Wildungen“. Wie Manuel Schmidt berichtete, treten zwischen 19 und 23 Uhr heimische Bands auf – die Punk-Rocker von Wollmanet und Kaltstart, die Rock-Coverband Buzzy Bee and the Easy Lover, Sir Elton, Rap Music und die Percussion-Gruppe Pakaschencrew. Die Musikschule präsentiert Dixiland-Jazz. Mit dem Höchstbetrag können die Organisatoren Plakate und Festivalbändchen anfertigen lassen.

Der Verein „Rückblende – Gegen das Vergessen“ plant für den 25. bis 31. Mai ein Geschichtsprojekt: Polnische und deutsche Schüler erforschen in Volkmarsen und Vöhl Spuren jüdischen Lebens und des Holocausts – und vertiefen dabei auch ihre Freundschaft. Das Netzwerk zahlt auch dafür den Höchstbetrag von 500 Euro.

Im Schulsport des Kreises läuft bis Ende Juli das Projekt „Straßenfußball für Integration, Toleranz und Fair Play“; es bekommt 400 Euro. Angefangen habe es im vergangenen Jahr mit acht Schulen, darunter den fünf Förderschulen, informierte der ehemalige Schulsport-Koordinator Theo Schätte. Inzwischen seien kreisweit zwölf Schulen beteiligt. „Der Soccer Court auf dem Schulhof ist wie ein Magnet“, sagte der Lehrer. Beim Spiel gehe es nicht nur um Tore, für faires Verhalten und das Einhalten der Regeln gebe es Punkte. Mit dem Zuschuss ist das Team aus Lehrern und auswärtigen Helfern in der Lage, mehr als die Hälfte der Gesamtkosten zu decken. Beim TSV Viermünden/Schreufa laufe das Projekt schon mehr als 14 Jahre, sagte Schätte. „Wir freuen uns, dass sich diese Projekte für die Integration von Flüchtlingen und Toleranz in Waldeck-Frankenberg einsetzen“, sagte Kubat. Sie förderten „ein friedliches und buntes Miteinander und bauen so den Landkreis als Ort der Vielfalt und Toleranz noch weiter aus.

Der Förderung der Projekte habe die Steuerungsgruppe des Netzwerks zugestimmt, erläuterte die Koordinatorin Ursula Müller.

Auch weitere Interessenten haben die Möglichkeit, Projektanträge zu stellen. Die Formulare und Richtlinien gibt es auf der Netzwerk-Homepage unter www.toleranzwafkb.de oder bei der Koordinatorin des Netzwerks, Ursula Müller, Tel. 05631/954-889, E-Mail ursula.mueller@landkreis-waldeck-frankenberg.de.

Von Dr. Karl Schilling

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