Korbach

Über „Todsünden“ des Städtebaus

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- Korbach (jk). Das Korbacher Rathaus rückt hessenweit ins Rampenlicht – vor allem der Anbau aus den 70er-Jahren. In einer Fernsehreihe des hr wird der „Betonbunker“ als eine Erbsünde des Städtebaus gebrandmarkt.

Wenn der Hessische Rundfunk mit Kameras unterwegs ist, dann leuchtet meist weithin sichtbar ein blauer Begleitwagen an Ort und Stelle. Vorige Woche kreuzte ein Kamerateam aber sehr dezent vorm Korbacher Rathaus auf: Die Handvoll TV-Leute blickte mit eher finsterer Miene auf die Verwaltungszentrale der Kreisstadt. Sie müssen wohl zum Team der neuen hr-Reihe gehört haben: „Sieben Todsünden des Städtebaus“.

Am Donnerstag, 22.45 Uhr, steht jedenfalls im Hessenfernsehen „Todsünde Nr. 4“ auf dem Programm – und nimmt just Bauten aus Korbach ins Visier. Es geht um architektonische „Maßstabssprünge“, wie der Hessische Rundfunk in einer Pressemeldung mitteilt. Solche Maßstabssprünge seien „eine der sichersten Methoden zur Zerstörung des Stadtbildes“, lassen die TV-Macher wissen. Und ein einziger von solchen überdimensionierten Bauten könne ganze Stadtviertel, ja sogar die gesamte Silhouette einer Stadt beschädigen.

„Solch brachiale Nachbarschaften“ hat der hr exemplarisch in Korbach gleich doppelt ausgemacht: Einmal geht es um den Rathausanbau aus den 1970er-Jahren. Der Betonbunker sei gedankenlos neben das historische gotische Rathaus von 1377 gesetzt worden. Zweites Beispiel sei das Hochhaus der Sparkasse, „das in Größe und Höhe nicht in die Maßstäblichkeit der kleinen Stadt Korbach passt“.

Im Fernsehbeitrag will nun Christoph Mäckler „Lösungen“ bieten. Der streitbare Architektur-Professor und Chef des „Deutschen Instituts für Stadtbaukunst“ an der Technischen Universität Dortmund hat ein kleines Skizzenbuch dabei und „entwirft einen Gegenvorschlag mit stadtbildverträglichen Proportionen“, verheißt der hr. Zuschauer dürfen nun gespannt sein, was Mäckler aus seinem Skizzenbuch hervorbringt. Ganz frisch am Puls der Zeit ist das Thema der TV-Leute indes nicht. Kurzum: Viele Korbacher regen sich seit zwei Jahrzehnten über den „Betonbunker“ auf.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 25. Mai

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