Telekom schaltet nächste Woche das neue Breitbandnetz in der Hansestadt frei

Überholen auf der Datenautobahn

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Beleuchteter Blick in einen neuen Verteilerkasten der Telekom: Die Glasfaserstränge ermöglichen hohes Tempo bei der Datenübertragung für Internet und Telefonie.Foto: dpa

Korbach - Ab Montag geht‘s los: Telekom schaltet in Korbach den Turbolader für Internet und Telefonie.

Glasfasern sorgen für völlig neues Tempo auf der Datenautobahn. Dafür hat die Deutsche Telekom in den vergangenen Monaten rund 50 Kilometer neue Leitungen in der Kernstadt Korbach und Ortsteilen verlegt: Rhena, Lelbach, Lengefeld, Ober-Ense, Nieder-Ense, Nordenbeck und Meineringhausen. Hinzu kommen die benachbarten Ortsteile Dorfitter (Vöhl) und Berndorf (Twistetal), für die gleichermaßen die Korbacher Vorwahl 05631 gilt.

Insgesamt können laut Telekom rund 12000 Haushalte in Kernstadt und Umgebung die neue VDSL-Technik nutzen. Doppelt schnell wird sie durch das sogenannte „Vectoring“: Dieses technische Verfahren schaltet Störungen in den Kupferkabeln auf den letzten Metern aus. Denn das neue Glasfasernetz verteilt sich nur bis in die rund 100 grauen Verteilerkästen, die seit Ende 2013 umgerüstet oder neu aufgebaut worden sind. Von dort verläuft das Signal für Internet und Telefon weiterhin über die bestehenden Kupferleitungen bis in die Häuser.

„Vectoring“ ermöglicht Geschwindigkeiten im Internet von bis zu 100 Megabit (MBit) „Download“, also Herunterladen von Daten, und bis zu 40 MBit im „Upload“, also Verschicken von Daten. Das ist für viele Nutzer in den Ortsteilen, aber auch manchen Wohnvierteln in der Kernstadt Korbach rund 40- bis 50-mal so schnell wie bisher. Wer von zu Hause aus oder in kleinen Betrieben via Datenleitung arbeitet, kann somit enorm profitieren – insbesondere beim Verschicken von Daten.

Seit voriger Woche laufen in den Ortsteilen etliche Informationsabende der Telekom (wir berichteten). Heute ist die Abschlussinformation im Korbacher Bürgerhaus (18.30 Uhr).

David Schmidt (Frankfurt/Main), Vertriebsexperte der Telekom, und heimische Kollegen verzeichneten bislang reges Interesse. Am Mittwochabend in Meineringhausen nutzten rund 50 Besucher die Veranstaltung, um sich zu informieren und Fragen zu stellen. Denn heutzutage sind schnelle Datenleitungen mindestens ebenso wichtig wie gute Verkehrswege. In modernen Städten von rund 50000 Einwohnern läuft inzwischen so viel Datenverkehr wie 1997 im gesamten Internet weltweit.

Was ein VDSL-Anschluss in Korbach und Ortsteilen für Privatkunden technisch bietet: zehn Rufnummern, auf zwei Leitungen parallel sprechen, zu Festnetzpreisen mit Handy von zu Hause telefonieren – und vor allem sehr hohes Tempo beim Surfen im Internet.

Freitag Information im Korbacher Bürgerhaus

Wer einen solchen neuen Anschluss nutzt, telefoniert auch über das Internet (IP-Telefonie). Gewohnte Rufnummern bleiben aber erhalten. Erforderlich ist jedoch eine passende Schaltanlage (Router) für Internet und Telefonie. Die gibt es bei Telekom oder auch bei anderen Anbietern. Telekom bietet zur Einführung im Korbacher Netz eine Gutschrift von 120 Euro (Telefonrechnung) für einen neuen Router.

Wer etwa seine alte ISDN-Telefonanlage weiterhin nutzen möchte, braucht dafür einen zusätzlichen Adapter, erklärte David Schmidt am Mittwoch in Meineringhausen. Die Installation von Router und Adapter kann jeder Nutzer selbst vornehmen – oder auch gegen Kosten von einem Telekom-Techniker installieren lassen.

Speziell für das Korbacher Ortsnetz bietet Telekom den neuen VDSL-Anschluss samt Vectoring (bis zu 100 MBit) für 34,95 Euro (Flatrate für Telefon und Internet) im Monat an. Die Umstellung läuft für Kunden ab 29. September aber nicht automatisch: Jeder Interessent muss dafür zunächst den Auftrag geben.

Beratung zu Anschlüssen und Technik in Korbach gibt es Freitagabend bei der Veranstaltung im Bürgerhaus (18.30 Uhr), über das Kundentelefon der Telekom oder im T-Punkt-Laden.

Von Jörg Kleine

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