Goddelsheim

Übernachtung auf Chinesischer Mauer

- Lichtenfels-Goddelsheim (den). Mit neuen Eindrücken und einem Wunsch fürs Studium ist die Goddelsheimerin Sina von Eynern aus China zurückgekehrt. Ein halbes Jahr lang tauchte sie bei einem Praktikum in die fremde Kultur ein.

Am 20. Januar war alles vorbei: Nach sechs Monaten Aufenthalt in Chinas Hauptstadt kehrte Sina von Eynern in ihre Heimat zurück. In der Pekinger Personalabteilung von Volkswagen hatte sie gearbeitet und dabei viele Erfahrungen gesammelt. Quartier bezog die Abiturientin des beruflichen Gymnasiums Korbach in einer WG, die VW vermittelt hatte. Die Zimmergenossen wechselten immer mal wieder. „Ich war mit sechs Monaten schon relativ lang dort“, erklärt sie.

Anfangs war ihr die WG ein wichtiger Fixpunkt, weil sie dort „sehr lieb aufgenommen“ worden war. Zwei Zimmer, Küche, Bad boten Halt in der fremden Umgebung. Sina von Eynern wollte nach dem Abitur unbedingt fort. Und dabei dachte sie nicht an Österreich. Mit ihrem Englischlehrer verfasste sie die schriftliche Bewerbung und schickte sie in die Volksrepublik.

Per E-Mail kam zwei Monate später die Bestätigung. „Da wurde mir schon ein wenig schlecht“, erinnert sich die Goddelsheimerin und lacht. Jetzt, anderthalb Jahre und unzählige neue Erfahrungen später, fühlt sie sich reifer und bereit für die späteren beruflichen Herausforderungen. In der chinesischen Hauptstadt traf sie auf den stets überfüllten Straßen auch auf Deutsche. „Manchmal hörte ich plötzlich vertraute Worte und dachte ‚Deutsche!‘. Dann haben wir uns unterhalten und beide Gesprächspartner hatten dabei ein breites Grinsen im Gesicht“, erinnert sich die 20-Jährige.

Zwei Stunden in der Woche besuchte der Gast aus Deutschland einen chinesischen Sprachkurs. Trotzdem: Worte und Grammatik sind Sina weitgehend fremd geblieben. „Je weiter ich kam, desto ähnlicher hörten sich die Worte an. Es hat für Grundkenntnisse gereicht.“ Vor allem interessierte sich Sina von Eynern für die chinesische Lebensart. Hier fand sie große Unterschiede zur deutschen Mentalität: „Im Job gilt, was der Chef sagt. Es gibt eine strenge Hierarchie. Deswegen fällt es vielen Chinesen aber schwer, zu improvisieren. Ich habe versucht, mich dieser Kultur anzupassen.“

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 16. April.

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