Erfolgreiche Auswilderung

Uhu-Mädchen aufgepäppelt und freigelassen

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Die wieder aufgepäppelte Uhu-Dame wurde von ihren Rettern Rudolf Kascha (rechts) und den Mitarbeitern des THW sowie von ihrem Ziehvater Wilfried Limpinsel nach einigen Monaten liebevoller Pflege wieder in die Wildnis entlassen.

Korbach/Dorfitter. Als ihre Retter es im Steinbruch bei Dorfitter fanden, war das wenige Wochen alte Uhu-Mädchen völlig entkräftet und abgemagert. In einer Wildtier-Auffangstation wurde es aufgepäppelt und gesund gepflegt. Jetzt, gut vier Monate später, ist die junge Uhu-Dame kräftig genug und bereit für ein Leben in der Natur.

Das Uhu-Findelkind ist gesund gepflegt und in die Freiheit entlassen worden.

Ein Korbacher Spaziergänger hatte das entkräftete Jungtier im Mai in einer Felswand beim Steinbruch in Dorfitter entdeckt. Das Nest befand sich in 15 Meter Höhe. Das Muttertier war vermutlich an einer weit verbreiteten Vogelkrankheit gestorben; die insgesamt drei Jungtiere konnten nicht mehr mit Nahrung versorgt werden, sodass zwei von ihnen ebenfalls starben.

Die Höhenretter des Technischen Hilfswerks in Korbach befreiten den kleinen Vogel schließlich aus seiner misslichen Lage. In der Essenthoer Mühle, einer Ausgewöhnungsstation für Greifvögel und Eulen bei Marsberg, machten die Vogelschützer die kleine Eule über vier Monate hinweg wieder fit, sodass sie zu einem stattlichen Tier herangewachsen ist.

In der Essenthoer Mühle wird das Fundtier fit gemacht

Als sie zu uns kam, war sie dem Tod nahe“, erinnert sich Wilfried Limpinsel, der die Station betreibt. „Umso mehr freut es uns, dass die Uhu-Dame sich so gut entwickelt hat, dass wir sie wieder auswildern können.“

Während der Pflege achteten die Vogelschützer besonders darauf, dass das Uhu-Mädchen nur wenig Kontakt mit Menschen hatte. „Damit sie sich nicht zu sehr gewöhnt und in der Wildnis gut überleben kann“, erklärt Limpinsel. „Denn nur dann kann die Auswilderung auch gut gelingen.“

Als die Uhu-Dame schließlich ihre Schwingen ausbreitete und wieder in die Natur davonflog, war das auch für Hartmut Kaiser, Leiter des Fachdienstes Natur- und Landschaftsschutz beim Landkreis Waldeck-Frankenberg, und seinen Mitarbeiter Ralf Kubosch ein bewegender Augenblick: „In solchen Momenten machen wir unseren Job ganz besonders gern“, sagt Kaiser.

„Der Vogel hat gute Chancen, sich wieder in der Natur einzuleben“, ist sich der Fachdienstleiter sicher. „Die Tiere haben einen starken Instinkt, sodass die Nahrungssuche für sie kein Problem darstellen sollte.“

Uhu wieder im Landkreis Waldeck-Frankenberg heimisch

Noch vor einigen Jahren war der Uhu in Deutschland nahezu ausgerottet. „Mittlerweile kommt er bundesweit und auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg wieder stärker vor – unterstützt durch entsprechende Schutzmaßnahmen und gezielte Wiederansiedlung der Art“, erklärt Hartmut Kaiser. (r/lb)

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