Korbach

Umsatzplus und Millioneninvestitionen

- Korbach (jk/lb). Mit der Wirtschaft in Korbach geht es langsam bergauf: Die drei heimischen Industrieunternehmen Weidemann, Horizont und Continental erwarten, dass die Konjunktur wieder anzieht.

Verhalten optimistisch sind die Aussichten bei der Firma Weidemann mit Standorten in Diemelsee und Korbach. Vorigen Herbst hatte der Hersteller für Radlader und Hoftracs für seine 250 Beschäftigten noch bis Ende 2010 Kurzarbeit beantragt. Weidemann gehört zum Wacker-Neuson-Konzern (München) und hatte durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise im ersten Halbjahr 2009 rund 30 Prozent Einbußen beim Umsatz zu verzeichnen. Insbesondere die Auslandsmärkte wie Russland, Skandinavien, Polen oder England waren betroffen. Im zweiten Halbjahr 2009 zog die Konjunktur für den Wacker-Konzern (kompakte Baumaschinen), aber auch Weidemann wieder an. Die im Oktober 2009 beantragte Kurzarbeit wurde Ende 2009 wieder ausgesetzt. Und die ersten Monate des laufenden Jahres haben sich im Vergleich zu 2009 „bei kompakten Baumaschinen gut verbessert“, erklärt Konzernsprecher Imre Szerdahelyi auf WLZ-Anfrage. Gerade mit Blick aufs Frühjahr liefen die Order für Weidemann-Maschinen besser. Für das Gesamtjahr erwartet Wacker Neuson konzernweit ein Umsatzplus von mindestens fünf Prozent. „Aber wir möchten vorsichtig sein mit euphorischen Aussagen“, betont Szerdahelyi. Mit Blick aufs Gesamtjahr müsse die Nachfrage in den nächsten Wochen und Monaten noch beobachtet werden. Abzuwarten bleibe ebenso, ob die Zulieferer entsprechend gerüstet seien. „Durchwachsen“, so lautet die Prognose von Dirk Trompeter, Geschäftsführer der Firma Horizont, für das Wirtschaftsjahr 2010. Die Produktpalette des Korbacher Familienunternehmens reicht vom klassischen Weidezaungerät bis hin zu modernster elektronischer Verkehrstechnik. Dank millionenschwerer Konjunkturpakte boomt die Verkehrstechnik-Sparte mit der Baubranche: Wo Bagger und Walzen im Einsatz sind, werden auch die rot-weißen Absperrbaken und blinkenden Warnleuchten aus dem Hause Horizont benötigt. Schwieriger wird es wohl für die Agrar-Sparte werden. „Landwirtschaft ist derzeit nicht gerade eine Boombranche“, sagt Trompeter, der stagnierende oder sogar leicht zurückgehende Umsatzzahlen erwartet. Der Horizont-Geschäftsführer hofft hier auf einen sich belebenden Export. Rund 45 Prozent des Gesamtumsatzes generiert die Horizont Group im Ausland. Größere Investitionen plant das Unternehmen für 2010 nicht. Sorgen um ihren Arbeitsplatz müssen sich die rund 230 Mitarbeiter am Standort Korbach aber auch nicht machen. Der Platzhirsch in Korbach vermeldet indes positive Nachrichten: Continental hat das Jahresziel bei Pkw-Reifen von 8,5 auf zehn Millionen hochgeschraubt. Auch in den übrigen Sparten peile man ein hohes Niveau an, so Werksleiter Lothar Salokat. Auch ContiTech hat sich aus dem Konjunkturloch gezogen: Kurzarbeit gehört in der Schlauchfertigung seit wenigen Tagen der Vergangenheit an. Das Reifenwerk plant in diesem Jahr sogar Investitionen mit einem Volumen von acht Millionen Euro. Noch in den beiden Vorjahren hatte Continental geplante Maßnahmen am Standort Korbach aufgrund der Wirtschaftskrise auf die lange Bank geschoben. Allein fünf Millionen Euro kostet die geplante achte Mischeranlage. Hinzu kommen unter anderem ein Anbau in der Konfektion und ein neues Hochregallager für Rohlinge. „Wir wollen damit unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken“, erklärte Salokat.

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