Umsatzstarkes Service-Zentrum

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Für das 30 Jahre alte TLF 16 wird ein neues Tanklöschfahrzeug angeschafft. Solange das Hallenbad geschlossen bleibt, fehlen dem Eigenbetrieb die Erlöse aus Kassen- und Gastronomiebetrieb.

Korbach - Zwei neue Fahrzeuge, die Umstellung auf Digitalfunk und Bauarbeiten am Lengefelder Gerätehaus: Für die Feuerwehren der Kreisstadt stehen in diesem Jahr Investitionen von insgesamt rund 600 000 Euro an

Seit 2004 übernimmt das aus dem städtischen Haushalt ausgegliederte Kommunalunternehmen die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben zum Brand- und Katastrophenschutz. Außerdem werden technische Dienstleistungen erledigt.

Um diese Vorhaben zu finanzieren, steuert die Stadt jährlich einen Betriebskostenzuschuss bei. 398 000 Euro erhält der Eigenbetrieb „Technische Dienste & Feuerwehr“ in diesem Jahr, geringfügig weniger als in den beiden Vorjahren (401 000 Euro).

So weist es der in Erträgen und Aufwendungen ausgeglichene Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes aus. „Gewinn für alle Beteiligten“ „Zweitgrößter Posten der Umsatzerlöse sind die Entgelte anderer Kommunen für unsere Werkstattleistungen“, erläutert Betriebsleiter und Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt.

Als einträgliches Service-Zentrum hat sich der Feuerwehrstützpunkt am Südring in den vergangenen Jahren etabliert. Das Einzugsgebiet der „Kunden“ reicht weit über die Stadt- und Kreisgrenze hinaus. Wehren aus nahezu allen Großgemeinden in Waldeck-Frankenberg, aber auch Brandschützer aus Medebach und Hallenberg lassen in Korbach Atemschutzgeräte warten, Tragkraftspritzen reparieren oder Einsatzkleidung reinigen und imprägnieren.

Acht Euro kostet es beispielsweise, eine Jacke zu waschen, bis zu 50 Euro werden für einen Geräte-Check fällig. Insgesamt kamen so im vergangenen Jahr 99 000 Euro zusammen. Für 2013 rechnet der Eigenbetrieb schon mit Erträgen von 120 000 Euro.

Als „Gewinn für alle Beteiligten“ bezeichnet Schmidt das Ergebnis. Denn auch die Auftraggeber profitierten von den rationellen Arbeitsabläufen und den auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Serviceangeboten. Nach 30 Dienstjahren verlässt das TLF 16 die insgesamt 39 Wagen umfassende Flotte der Korbacher Feuerwehr. Das Tanklöschfahrzeug musste zuletzt häufig in die Werkstatt und Ersatzteile waren oft nur auf Umwegen zu beschaffen. Den Magirus Deutz ersetzt ein neues TLF 20/25, das rund 300 000 Euro kostet. „Ende Juli wird es geliefert“, kündigt Schmidt an. Er rechnet dafür mit einer Landeszuweisung von rund 20 Prozent. Auch ein 27 Jahre alter Pritschenwagen soll ausgemustert werden. Für ein Ersatzfahrzeug sind 38 000 Euro vorgesehen. In einer ersten Tranche investiert der Eigenbetrieb rund 140 000 Euro, um die Feuerwehren auf Digitalfunk umzurüsten, der hessenweit in etwa einem Jahr zur Verfügung stehen soll.

Zunächst werden Hand- und Fahrzeugfunkgeräte angeschafft. Weitere Kosten entstehen in den Folgejahren, prognostiziert der Stadtbrandinspektor. In den Gerätehäusern in Lengefeld und Lelbach müssen sich die Feuerwehrleute vor einem Einsatz in der Fahrzeughalle umziehen. Dies entspreche inzwischen nicht mehr den Vorschriften. Deshalb soll das Gerätehaus um einen Stellplatz erweitert werden, um Platz für einen separaten Umkleide- und Unterrichtsraum zu bekommen. Dafür sind 97 000 Euro vorgesehen. Die Bewilligung der Landesmittel in Höhe von etwa 40?000 Euro sei laut Schmidt aber erst Mitte des Jahres zu erwarten. Badebetrieb ruht Die Räume im Lelbacher Gerätehaus zu erweitern, sei ohne Fördermittel des Landes „finanziell nur schwer erreichbar“. Um sich insbesondere in der Frage „Erweiterung oder Neubau?“ Klarheit zu verschaffen, sind 5000 Euro Planungskosten vorgesehen.

Als im August vergangenen Jahres der aktuelle Wirtschaftsplan aufgestellt wurde, sei laut Schmidt noch nicht damit zu rechnen gewesen, dass der Betrieb im Hallenbad 2013 weitgehend ruhen wird. Entsprechend wurde mit Erlösen für den Betrieb der Kasse und der Gastronomie in Höhe von monatlich rund 10 000 Euro gerechnet, die der Badbetreiber EWF dem Eigenbetrieb zu erstatten hätte. Außerdem waren 40 000 Euro aus Verkaufserlösen aus der Gastronomie einkalkuliert.

Den ausbleibenden Erträgen einerseits stünden andererseits geringere Aufwendungen durch eingesparte Personalkosten gegenüber. Denn die Mitarbeiter werden bis zur Wiedereröffnung in anderen städtischen Einrichtungen beschäftigt, erklärt Schmidt, der auch als Projektleiter für die Hallenbadsanierung fungierte. Bekanntlich traten dabei zahlreiche Mängel auf. Bevor sie beseitigt werden können, muss die Schuldfrage gerichtlich geklärt werden. So lange bleibt das Bad geschlossen. Zuletzt angepeilter Termin für die Eröffnung: Herbst 2013. (tk)

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