Kleingärtner sind sauer – Obst und Gemüse verschwindet

Unbekannte stehlen Ernte aus Kleingartenanlage

Annett Kebellus zeigt eine übriggebliebene Mini-Melone in ihrem Hochbeet: In ihrer Parzelle in der Kleingartenanlage Eidinghausen wurde Gemüse gestohlen.
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Annett Kebellus zeigt eine übriggebliebene Mini-Melone in ihrem Hochbeet: In ihrer Parzelle in der Kleingartenanlage Eidinghausen wurde Gemüse gestohlen.

Korbach – Zwiebeln, Tomaten, Bohnen, Wassermelonen: Aus Korbacher Kleingärten verschwindet Obst und Gemüse. Die Mitglieder der Vereine sind sauer und sehen sich um ihre Ernte gebracht.

„Leider ist es keine Seltenheit mehr, dass sich Unbekannte in unserer Abwesenheit an der Ernte von uns und der anderen Mitglieder bedienen und die Pflanzen aus der Erde reißen oder auf andere Weise beschädigen“, sagt Annett Kebellus. Die Korbacherin hat sich in ihrer Parzelle in der Kleingartenanlage Eidinghausen nicht nur ein ruhiges Fleckchen zum Erholen und Entspannen geschaffen, sie pflanzt dort auch ihr eigenes Gemüse an. „Mit viel Mühe und viel Arbeit“, sagt sie.

Doch in den letzten Tagen sind bei ihr und in der Nachbarparzelle Tomaten, Mini-Melonen, Birnen, Bohnen und Zwiebeln verschwunden. „Mir ist nicht bewusst gewesen als ich den Garten gepachtet und die Pflanzen für teures Geld gekauft habe, das ich gleichzeitig einen Selbstbedienungsladen für Obst und Gemüse eröffnet habe“, sagt Kebellus mit Sarkasmus.

Auch wenn die Äpfel aus anderen Gärten oder Obstwiesen leckerer sind als die eigenen: Rechtlich gesehen gilt das Pflücken von Obst oder Sammeln von Gemüse von fremden Grundstücken als Diebstahl, wenn diese agrarisch oder gärtnerisch angebaut sind, erklärt der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin. Strafen drohen allerdings in der Regel nicht. Denn es handelt sich bei Obst und Gemüse um geringwertige Sachen, erklärt der DAV. Aufpassen muss aber, wer ein privates Grundstück betritt. Das kann als Hausfriedensbruch gelten.

Nur wenig Handhabe hat derzeit der Verein: „Wir haben das Gelände von der Stadt Korbach gepachtet, es ist Teil des öffentlichen Grüns“, sagt Herbert Schäfer, Vorsitzender des Kleingärtnervereins Eidinghausen. Deshalb müsse die Anlage grundsätzlich für jeden zugänglich sein. Ab 20 Uhr würden aber die Tore geschlossen.

Auch in anderen Kleingartenanlagen in Korbach verschwindet schon mal die Ernte. „Ich kenne das Problem“, sagt Josef Staitsch vom Kleingärtnerverein Frankenberger Landstraße. Erst kürzlich seien Tomaten und ein Kürbis mitgenommen worden. Ein Teil der Tomaten habe dann auf der Straße gelegen. „Ich gehe davon aus, dass das ein Kinderstreich ist“, sagt Staitsch. Ein massives Problem sei der Diebstahl von Obst und Gemüse aber nicht.

„Wir haben das Problem nicht mehr“, sagt Hans-Jürgen Tappe vom Kleingärtnerverein Südost. Er führt das auf strenge Zutrittsregeln zurück, die wegen der Corona-Pandemie verschärft wurden: Die Anlage ist grundsätzlich abgeschlossen, jedes Mitglied hat einen Schlüssel. Wegen der Pandemie wird nur eine beschränkte Personenzahl auf das Gelände gelassen. „Die Besitzer der Parzellen müssen ihre Besucher am Tor abholen und wieder abschließen.“ Während in der Vergangenheit schon mal Obst geklaut wurde, habe es in jüngster Zeit keine Vorkommnisse mehr gegeben.

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