Neuntklässler der Alten Landesschule blicken beim Berufspraktikum hinter die Kulissen

Unterwegs im Berufsleben

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Praktikanten bei ihrem Praktikum: Die Schüler freuen sich, dass sie diesen hilfreichen Einblick in verschiedene Berufe von der Schule angeboten bekommen haben.

Korbach - Viele Jugendliche haben noch keine Vorstellung davon, welchen Beruf sie später ergreifen wollen. Die Alte Landesschule will den Jugendlichen helfen und hat deswegen das Berufspraktikum ins Leben gerufen. 137 Schüler schnuppern unbekannte Luft im Arbeitsalltag in Firmen und Behörden.

Es funktioniert wie ein Bügeleisen. Marvin Garthe legt ein unbedrucktes T-Shirt unter eine große Maschine und im nullkommanichts verwandelt sich das Kleidungsstück in Werbung. Der 16-Jährige ist in seinem Element. Seit Montag engagiert er sich als Schülerpraktikant bei dem Unternehmen „Reila-Werbung“ in Korbach. Der 16-jährige wollte einen Einblick in die Welt der Werbung bekommen und bewarb sich bei der heimischen Firma. „Mir machen meine Aufgaben, wie zum Kleidungsstücke bedrucken, Aufkleber zurechtschneiden und platzieren, andere bei ihren Tätigkeiten unterstützen sehr viel Spaß“, berichtet er. Ihm wird bei seinen Arbeiten nicht langweilig. Die Erwartungen, die er an das Praktikum gestellt hat, haben sich bis jetzt alle erfüllt.

300 Betriebe bieten Plätze an

Das wünschen sich die Lehrer der Alten Landesschule für ihre Schüler. Jedes Jahr steht im Lehrplan der 9. Klasse das Berufspraktikum. Petra Ernst ist die Lehrerin, die für alles was das Praktikum betrifft, zuständig ist. Dieses Jahr nehmen 137 Schülerinnen und Schüler an der zweiwöchigen Praxiszeit teil.

Die Praktikanten haben ganz unterschiedliche Interessen. „Besonders ist in diesem Jahr, dass Jungen Berufe testen, die eher typisch für Frauen sind und Mädchen zum Beispiel in technische Berufe reinschnuppern“, schildert Petra Ernst. Falls ein Schüler keine Zusage bekomme, kümmere sie sich um einen Platz, wobei die Betriebe meist sehr kooperativ seien. In Ausnahmefällen werden auch weiter entfernte Betriebe genehmigt. So absolviert dieses Mal eine Schülerin ihr Praktikum in Frankfurt. Dies komme aber nicht oft vor, da der Landkreis 300 verschiedene Betriebe für Praktikanten zu bieten habe, freut sich die ALS-Lehrerin.

Und so haben auch Ester Brakowski und Wiebke Fuhrmann eine Stelle innerhalb der Kreisstadt gefunden: Sie schnuppern in der Kindertagesstätte Sonnenschein ins Arbeitsleben. Sie haben sich für diesen Beruf entschieden, weil sie beim Kontakt mit Kindern aus der Nachbarschaft oder in der Familie entdeckt haben, dass ihnen der Umgang mit den kleinen Leuten viel Spaß macht - vor allem das Spielen und Basteln.

„Freundliche Arbeitgeber“

Die ersten Tage des Praktikums seien aufgrund der großen Umstellung vom normalen Schulleben zum stressigen Berufsleben mit vielen Kindern sehr anstrengend gewesen. „Aber die Kleinen strahlen Fröhlichkeit aus und lenken mich, wenn ich mal einem schlechten Tag habe, ab“, erzählt Ester.

Morgens wird in der Kindertagesstätte der Tagesablauf besprochen. Unbedingt wollten die beiden diese Einblicke während ihres Praktikums gewinnen. Und was ist die größte Herausforderung des Jobs? „Erzieherinnen müssen fähig sein, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen und auf unvorbereitete Aufgaben gefasst sein“, haben die Praktikantinnen fest gestellt. Sie bereuen ihre Wahl nicht, sich für den Kindergarten entschieden zu haben.

Auch im Bürgerbüro der Stadt Korbach sind zwei Praktikanten im Einsatz. Aaron Sude und Carolin Mütze interessieren sich für die Verwaltung und können sich den Beruf auch für später vorstellen. „Es ist sehr abwechslungsreich, da es hier viele verschiedene Aufgaben gibt“, freut sich Aaron. Den beiden Schülern gefällt das Arbeitsklima, da es nicht zu stressig ist und alle ihre Fragen nett beantwortet werden.

Unser Einblick in die Redaktion

Über Chancen und Risiken des Schülerpraktikums haben sich die WLZ-FZ-Praktikantinnen Michelle Schreiber und Inke Schieferdecker Gedanken gemacht: „Das zweiwöchige Praktikum ist ein guter Einblick in den Beruf des Redakteurs bei der Waldeckischen Landeszeitung und ebenfalls eine sehr gute Hilfe bei der Berufswahl. Mithilfe des Praktikums finden Schülerinnen und Schüler heraus, ob dieser Bereich etwas für sie wäre oder ob die Interessen in eine ganz andere Richtung gehen. Entweder verstärkt sich die Vorstellung von der späteren Tätigkeit in diesem Beruf oder sie schwächt ab.

Mit den Redakteuren besuchen wir Veranstaltungen und Pressekonferenzen, wo wir dann Fotos oder Videos machen, die in der Zeitung oder auf der Homepage erscheinen. Wir machen auf den Terminen Notizen, die wir dann in der Redaktion zu Texten oder Artikeln verfassen. Wichtig im Journalismus ist das Zeitmanagement, damit Texte, Bilder und Filme am nächsten Tag erscheinen können. Besonders viel Spaß macht es, die Fotos zu machen und nach den Terminen die Berichte zu schreiben.

Wir finden es toll, die Chance zu bekommen, den Alltag eines Redakteurs miterleben zu können und den Weg von einem Ereignis oder einer einer Veranstaltung bis hin zu einem fertigen Zeitungsartikel zu verfolgen. Unsere Erwartungen wurden alle erfüllt.“

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