Präventionswoche beginnt mit gut besuchtem Fachtag rund um digitale Medien

Ureinwohner der digitalen Welt

+
Mehr als 140 Fachleute kamen gestern zum Auftakt der Präventionswoche. Im Zentrum der Fachtagung stand das Thema „Aufwachsen in der digitalen Welt“.Fotos: Demski

Korbach - Fachleute aus ganz Nordhessen kamen zum Auftakt der Korbacher Präventionswoche - Pädagogen, Sozialarbeiter und Polizisten. Noch bis Freitag werden Veranstaltungen gegen Sucht und Gewalt angeboten.

Wenn die Korbacher zur Präventionswoche einladen, dann nehmen Fachleute aus ganz Nordhessen diese Einladung gerne an. 140 Erzieher, Lehrer, Sozialpädagogen und Polizisten kamen gestern zum Auftakt der diesjährigen Aktion in die Stadthalle. Sie widmeten sich dem Thema „Aufwachsen in der digitalen Welt“ und hofften auf wertvolle Tipps im Umgang mit Jugendlichen und digitalen Medien. „Kinder und Jugendliche sind digitale Ureinwohner“, stellte schon Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich bei der Begrüßung fest, „wir haben den Umgang erst im Erwachsenenalter lernen müssen, sind also digitale Einwanderer“. Dieses Spannungsfeld und die Frage nach einem gesunden Umgang mit neuen Medien beschäftigte die Teilnehmer der Fachtagung. Andrea Franke und Uwe Josuttis führten durchs Programm, bevor Peter Holnick vom Institut für Medienkompetenz und Kommunikation (MuK) und Medienpädagogin Angelika Beranek übernahmen. „Jugendliche scheinen auf den ersten Blick in einer anderen Welt zu leben“, stellten die Experten fest. Berufswünsche hätten sich im Vergleich zur Elterngeneration verändert, viel Zeit würde mit Computer, Handy und Fernseher verbracht.

„Und wir wissen auch, dass diese Medien künftig noch mehr Einfluss nehmen werden auf junge Menschen“, ergänzte Carsten Vahland vom Korbacher Ordnungsamt, „wir können die Entwicklung nicht aufhalten, sondern müssen lernen, damit umzugehen“. Das nahmen die 140 Fachleute ganz praktisch in Angriff: In sechs Workshops erarbeiteten sie Ideen, um digitale Medien sinnvoll einzusetzen und mit ihren Gefahren umgehen zu können.

„Schulen haben einen Notfallplan für Feuer, aber nicht für den digitalen Notfall“, kritisierte etwa Florian Borns von der Initiative „Digitale Helden“ und half den Besuchern, Ideen für den Alltag zu erarbeiten. Pornografie und Jugendsexualität wurden ebenso unter die Lupe genommen, wie die Frage nach eigener Medienkompetenz. Dr. Claudia Raabe entwickelte mit ihren Workshopteilnehmern Ideen, wie schon Kindergartenkinder sinnvoll mit Computer und Tablet konfrontiert werden können und auch über rechtliche Fragen und Sexting wurde informiert.

Bis Freitag sind Interessierte nun noch zu Veranstaltungen der Präventionswoche eingeladen. „Die Aktion ist nur ein Schaufenster unserer alltäglichen Arbeit“, betonte der Bürgermeister. Und auch Polizeipräsident Eckard Sauer, der zum Start der Präventionswoche nach Korbach kam, betonte: „Auch für uns als Polizei ist die Prävention ein ganz wesentlicher Bestandteil unserer täglichen Arbeit.“ Die Stadt Korbach agiere dabei nach seiner Erfahrung vorbildlich. Er freute sich über den großen Zuspruch der Multiplikatoren - denn die 140 Teilnehmer sollen Konzepte und Ideen nun in ihre Einrichtungen tragen und umsetzen.

Von Theresa Demski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare