Anderthalb Jahre Freiheitsstrafe

Feuer in Korbacher Supermarkt gelegt: Urteil gefallen

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Die Feuerwehr rückte mit 40 Einsatzkräften an.

Korbach. Als ein Mann im Juni in einem Korbacher Supermarkt zündelte, musste das Geschäft geräumt werden, es entstand knapp 22.000 Euro Schaden. Montag stand er vor Gericht.

Mit dem Feuerzeug hat ein 58-Jähriger im Juni Bügelbrettbezüge in einem Korbacher Supermarkt angezündet: Ein Großbrand wurde vermieden, doch die Kunden mussten das verqualmte Geschäft an der Briloner Landstraße verlassen und es entstand ein Schaden von knapp 22.000 Euro. Montag musste sich der damals in Vöhl lebende Mann vor dem Schöffengericht in Korbach verantworten: Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren, die es zur Bewährung aussetzte.

„Ich weiß nicht, warum ich es gemacht habe“, erklärte der geständige Mann, der noch nie vor Gericht verurteilt wurde: Doch wahrscheinlich habe es am Alkohol gelegen, er erinnere sich an nichts mehr. Laut Bluttest und Hochrechnung hatte er zwischen 1,18 und 1,8 Promille im Blut – nicht genug, um seine Schuldfähigkeit zu mindern.

Als er am Abend des 14. Juni das Geschäft betrat, machte eine Verkäuferin ihre Kollegen aufmerksam: Er stand im Verdacht, Getränke zu stehlen. „Ich bin ihm unauffällig gefolgt“, erklärte ein 21-jähriger Verkäufer. Im Gang für Haushaltswaren habe er ihn nicht gut gesehen, aber beobachtet, wie er ins Regal griff. „Beim Durchgehen nahm ich einen verbrannten Geruch wahr, hab mir aber nichts dabei gedacht: Der kommt auch schon mal aus der Kleingartenanlage nebenan.“

Als er und eine Kollegin den 58-Jährigen weiter beobachteten, merkten sie erst gar nicht, was hinter ihnen geschah – bis eine von Kunden verständigte Verkäuferin sie auf die Flammen aufmerksam machte, die schon 30 Zentimeter über das Regal hinausragten. Der 21-Jährige griff zum Feuerlöscher, seine Kolleginnen forderten die Kunden auf, den Markt zu verlassen. Die Feuerwehr rückte mit 40 Einsatzkräften an – es hätte auch ein Großbrand werden können, befand der Staatsanwalt.

Den Verdächtigen hielten die Verkäufer fest: Die Polizei entdeckte bei der Durchsuchung ein Feuerzeug in einem seiner Stiefel – zudem hatte er versucht, eine sich lösende Schuhsohle mit einer gestohlenen Socke zu befestigen.

Verletzt wurde niemand, der Schaden lag bei 21.850 Euro. Knapp 12.000 Euro davon betrafen Waren: verbrannte Haushaltswaren, verrußtes Tierfutter, Obst und den Inhalt der Fleischtheke, die vorsichtshalber entsorgt wurden. Dazu kamen Umsatzverlust und Kosten, um den Markt für den nächsten Tag herzurichten.

Er habe dem Alkohol abgeschworen, erklärte der 58-Jährige – allerdings befand er sich zuletzt ohnehin in Untersuchungshaft, wie der Staatsanwalt anmerkte. In einem Gutachten von 2016 wurde festgestellt, dass er unter Alkoholeinfluss psychische Probleme entwickelt. Seit dem Frühjahr steht er unter Betreuung, hatte bislang aber keinen Kontakt zum Zuständigen.

Dass er das nachholt und zusätzlich mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeitet, machte das Gericht um Amtsgerichtsdirektor Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling neben gemeinnütziger Arbeit zu einer Auflage der Strafaussetzung „Ich will sehen, dass ich das wieder geradebiege“, sagte der Angeklagte – wegen auf ihn zukommender Schadensersatzansprüche wolle er schnell wieder arbeiten. Das Urteil ist rechtskräftig.

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