Fundament der Gemeinschaft

Usselner sind stolz auf ihre „alte Lady“

Usseln - Die alte Dame wird 100. Und sie ist noch immer auf der Höhe der Zeit – ein Schmuckstück, auf das die Usselner sehr stolz sind. Am Samstag feierten sie mit einem bunten Programm und vielen Gästen das Jubiläum ihrer Schützenhalle.

Der Vorsitzende der Schützengesellschaft, Ralf Heine, brachte es auf den Punkt: Die Halle ist ebenso wie die Kilianskirche ein Wahrzeichen des Ortes. Sie ist das „zweite Wohnzimmer“ vieler Usselner, ein Gebäude, mit dem die meisten schöne Erinnerungen an Feste, Begegnungen und Erlebnisse verbinden. „Das soll und muss so bleiben. Deshalb lasst uns alle zusammen auch zukünftig den Gesundheitszustand unserer alten Lady hegen und pflegen, damit sie sich weiterhin bester Gesundheit und Vitalität erfreut“, wünscht sich Heine.

Er hieß zur Geburtstagsfeier eine Vielzahl von Gästen willkommen: Abordnungen der örtlichen, benachbarten und befreundeten Vereine, Vertreter der Politik und Kirche sowie natürlich die aktuellen und ehemaligen Usselner Majestäten. In seiner Festansprache wies der Vorsitzende darauf hin, dass 100 ereignisreiche Jahre der Jubilarin nicht geschadet haben. Diverse Schönheitsoperationen, Liftings und gesundheitserhaltende Maßnahmen dienten ihrem Wohl. Als Pfleger der alten Dame diente immer die heutige Schützengesellschaft, wenngleich die Besitzverhältnisse mehrfach wechselten.

Ralf Heine zollte den Gründervätern Respekt. Sie bauten damals Waldecks größte Festhalle. Sie bot mehr Menschen Platz, als Usseln zu jener Zeit Einwohner hatte. Inzwischen ist die Einwohnerzahl etwa dreimal so hoch wie 1914. Doch die Halle entspricht immer noch allen Bedürfnissen. „Sie steht heute besser da als je zuvor“, verwies der Vorsitzende auf die in den letzten Jahren erfolgten umfassenden Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten. „Wir können stolz sein auf dieses Schmuckstück, das mit seinem quadratischen Schnitt und einem stützfreien Holztragwerk auch architektonisch eine Besonderheit darstellt.“Heines Dank galt der Uplandgemeinde und allen Beteiligten für den in diesem Jahr erfolgten Einbau des neuen Eichendielenbodens. Als absoluten Hingucker stellte er den in den Fußboden eingearbeiteten und vom Königspaar Jörg und Cornelia Birkenhauer gestifteten Waldecker Stern vor.

Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf kennt die Halle schon seit langem: Er kam als Jugendlicher nach Usseln zur Höllenfete. Er wies darauf hin, dass sich die Schützenhalle mit ihrem Jubiläum in guter Gesellschaft befindet: Sie ist ebenso alt wie die Edertalsperre. „Sie bereichert das kulturelle Leben in Usseln und im ganzen Landkreis.“

Bürgermeister Thomas Trachte stellte heraus, dass das Gebäude für das Leben im Ort unerlässlich ist. „Es ist eine der schönsten Hallen in der Region.“ Er würdigte den großen Einsatz, den die Bürger im Lauf der Jahrzehnte für den Erhalt und die ständige Verbesserung erbracht haben. Namens der Usselner Vereine und der Dorfgemeinschaft gratulierte Dirk Wilke zum Jubiläum. Er hob den Mut, die Weitsicht und das Durchsetzungsvermögen der Männer hervor, die seinerzeit den Bau des Usselner Festhauses vorangetrieben haben. Die Schützenhalle ist aus seiner Sicht ein Glücksfall für das dörfliche Leben, die örtliche Kultur und die Usselner Vereine.

Für die Gemeindevertretung und die Gastvereine sprach Detlef Ückert. Er wies darauf hin, dass das Geld, das die Gemeinde für die Modernisierung und Erhaltung der Halle bereitgestellt hat, gut angelegt ist.Vorsitzender Ralf Heine und Axel Mohr präsentierten den begeisterten Besuchern ein interessantes, abwechslungsreiches und unterhaltsames Festprogramm. Anhand sorgfältig ausgewählter Fotos ließen sie die Geschichte des Gebäudes Revue passieren. Zu den Höhepunkten zählten die Auftritte des „Dramatischen Vereins“. Holger Vogel, Silke Schulze, Ludwig Behle, Stefan Schulze, Carsten Engelbracht und Karl-Friedrich Saure zeigten ein neues Theaterstück in plattdeutscher Sprache, das Joachim Born speziell für den Festabend geschrieben hat. In drei Akten setzten sie in Szene, wie der Beschluss, die Halle zu bauen, damals möglicherweise zustande kam – ein äußerst vergnüglicher Beitrag zum Jubiläum.

Der Musikverein Rhena stimmte unter Leitung von Michael Kuhaupt musikalisch-beschwingte Reminiszenzen an. Jubelnden Beifall gab es insbesondere für drei talentierte Usselner Jungs, die sich als Solisten vorstellten: Jan Schulze, Louis-Frederic Behle und Lukas Schulze. Die „Iron Hill Highland Pipers“ aus Korbach erinnerten mit Dudelsackklängen an jene Zeit, als britische Soldaten in der Halle campierten, um in Usseln das Skifahren zu lernen.Dickes Lob für den Festausschuss, allen voran für Ralf Heine: Die Schützen stellten ein tolles Programm auf die Beine, angefangen vom Einmarsch der Fahnen bis zum Schlussbild mit mehr als 30 Usselner Schützenköniginnen, die zur Feier des Tages eine Rose bekamen. Dass nicht nur für Augen- und Ohren-, sondern auch für Gaumenschmaus bestens gesorgt war, versteht sich von selbst.

Von Ulrike Schiefner

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