Usseln

Auf Vaters Schultern huckepack zur Schule

- Willingen-Usseln (bk). Notlandung eines Flugzeugs in Eis und Schnee, Feuer am Suggeplatz, um zugefrorene Leitungen aufzutauen, das Upland „tiefgefroren“ bei minus 28 Grad: Drei alte Usselner erinnern sich.

Alle drei wurden 1921 geboren, vollenden also demnächst ihr 89. Lebensjahr: Gustav Born im Januar, Ernst Hellwig im Februar und Willi Schäfer im März. Sie sind schon zusammen zur „Spielschule“ gegangen, wo sich damals Schwester Elfriede um die kleinen Usselner kümmerte. Sie haben gemeinsam die Schulbank gedrückt. Sie haben die Entwicklung des Uplanddorfs erlebt und mitgestaltet. Ihre Freundschaft hat die Jahrzehnte überdauert. Wenn sie sich treffen, tauschen sie nicht nur die neuesten Nachrichten aus, sondern plaudern auch gern über alte Zeiten. In diesen Tagen kam ihnen ein Ereignis in den Sinn, das im Januar 1929 im Upland für großes Aufsehen sorgte: Ein Junkers-Flugzeug der Luftverkehrslinie Breslau – Köln, die „Eismöve“, musste hinter dem Osterkopf notlanden. „Der Pilot hatte infolge des dichten Nebels die Orientierung verloren und sah sich plötzlich in bedrohlicher Bodennähe“, berichtete die Waldeckische Landeszeitung damals. „Zum Höherkommen war es jedoch zu spät. Das Flugzeug setzte mit ziemlicher Heftigkeit auf dem Boden auf; nur dem Umstand, dass es bergan fuhr, ist es wohl zu verdanken, dass sich die ,Eismöve' nicht überschlug und fast keine Beschädigungen erlitt. Die Insassen, vier Passagiere und der Flugzeugführer, die die Bahn zur Weiterfahrt nach Köln benutzten, sowie der Bordmonteur, der zur Beaufsichtigung bei dem Flugzeug bleibt, können von Glück sagen, denn beim Niedergehen hat das Flugzeug die Hochspannungsleitung nur um einige Meter überflogen.“Für die Usselner Kinder war die Maschine jedenfalls eine riesige Attraktion. „Wir sind alle hingelaufen“, berichten die drei Senioren, denen jene Zeit überhaupt unvergesslich geblieben ist. „Das Thermometer ist auf minus 28 Grad gesunken. Es war der strengste Winter, den wir jemals erlebt haben.“

Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Dienstag, 12. Januar 2010.

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