Korbach

Mit Verriegelung wieder Vertrauen schaffen

- Korbach (tk). Kraftwerksbetreiber MVV will eine zusätzliche Messeinrichtung einbauen, damit auf drohende Grenzwertüberschreitungen noch schneller reagiert werden kann.

Außerdem soll ein mobiles Quecksilber-Messgerät zum Einsatz kommen, um bereits den aufbereiteten Abfall, der als Brennstoff angeliefert wird, auf Rückstände des hochgiftigen Metalls untersuchen zu können. Das Paket mit „qualitäts- und sicherheitsverbessernden Maßnahmen“, das am Montagabend den Korbacher Stadtverordneten vorgestellt wurde, umfasst weiterhin eine automatische Verriegelung der Brennstoffzufuhr. Außerdem will MVV die Abgasreinigung durch zusätzliche Aktivkohle verbessern. Damit sei „auch bei verunreinigtem Brennstoff“ gesichert, dass die Grenzwerte eingehalten würden, so MVV-Sicherheitsbeauftragter Kai Beckelmann in der Sondersitzung im Rathaus. Überdies soll es neue Vorgaben für die Anlieferung des Brennstoffes geben. Festgelegte Zeitfenster, in denen ein angeforderter Lkw seine Ladung im Kraftwerk abzuliefern habe, sorgten dafür, dass sich die einzelnen Container-Füllungen nicht mehr so schnell durchmischen. Zusätzlich werde man eine weitere Videokamera im Verladebereich installieren, sagte Beckelmann. Grundsätzlich müssten sich die zahlreichen Brennstofferzeuger in ganz Europa, die über zwei Makler an MVV liefern, auf schärfere und häufigere Kontrollen einstellen. Unerlaubt und unerkannt mit Elektronikschrott vermengter Brennstoff hat Ende August den Quecksilber-Störfall ausgelöst, vermuten die Betreiber.Ob MVV es denn nicht für nötig hielte, eine zusätzliche Filterstufe einzubauen, um damit für ähnliche Fälle besser gerüstet zu sein, fragte FWG-Fraktionsvorsitzender Kai Schumacher. Die Kombination von Gewebefilter und Aktivkohle sei besser geeignet als die etwa in Sondermüll-Verbrennungsanlagen eingesetzten Nasswäscher, entgegnete Beckelmann. Vom Quecksilber-Störfall abgesehen könne das Werk auf „hervorragende Ergebnisse“ verweisen, sagte der Sicherheitsbeauftragte – und erntete Zwischenrufe der Zuhörer: „Stimmt doch gar nicht.“

Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Mittwoch, 14. Oktober 2009.

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