Abschied von Pfarrer Ulf Weber im Kirchspielsgottesdienst zum Erntedank

„Vertraut den neuen Wegen“

Schwalefeld - Ein Baum als Abschiedsgeschenk für Pfarrer Ulf Weber: Kirchenvorstandsmitglied Sabine Jäger hat ihn gemalt, und zahlreiche Gemeindeglieder haben sich mit einem Fingerabdruck auf dem Bild verewigt – eine bleibende Erinnerung an die Zeit in Schwalefeld und Rattlar.

„Der Abschied stimmt mich sehr traurig“, daraus macht Ulf Weber kein Hehl. Wie berichtet, wird er das Kirchspiel aufgrund der anstehenden Strukturveränderungen verlassen. Er absolviert zunächst ein Studiensemester in Marburg. „In dieser Zeit werde ich theologisch-wissenschaftlich aufarbeiten, was wir gemeinsam in den letzten Jahren an neuen Wegen entwickelt und umgesetzt haben“, hat er sich vorgenommen. Im Rahmen eines Kirchspielsgottesdienstes zum Erntedank in der Schwalefelder Pilgerkirche nahm er am Sonntag Abschied von den Gemeinden. Er bleibt allerdings für die Dauer des Studiensemesters offiziell Pfarrstelleninhaber und hält auch noch den Gottesdienst am kommenden Sonntag, 19. Oktober, 18 Uhr, zur Einweihung der „Lichterkirche am Weg“ in Rattlar. Anfang November übernimmt dann Pfarrerin Dagmar Henning (Korbach) die Vertretung. „Im Februar oder März soll es in kleinem Rahmen einen offiziellen Entpflichtungsgottesdienst mit der Dekanin geben“, kündigt Ulf Weber im Gemeindebrief an. Weber trat seine erste Pfarrstelle im Mai 2001 als Nachfolger von Pfarrer Ernst Fischer an. Er war also gut 13 Jahre im Kirchspiel Schwalefeld/Rattlar tätig und zugleich für die Kur- und Urlauberseelsorge zuständig, die er stets als Bereicherung des Gemeindelebens empfand. Der gemalte Baum, den ihm Annette Rummel und Tonja Hochmanski im Namen der Kirchenvorstände überreichten, soll das Zusammenwirken zwischen Kirche, christlichem Glauben, Pfarrer und Gemeindegliedern symbolisieren. „Während der letzten 13 Jahre sind wir zusammen mit dir weiter gewachsen und haben viel Neues und Bewegendes erlebt“, betonte die Sprecherin des Schwalefelder Kirchenvorstands. Die kirchliche Arbeit habe sich verändert. „Sie ist mit uns in eine neue, positive Richtung gewachsen.“ Annette Rummel würdigte Webers vielfältige Ideen und Initiativen. „Wir haben miterlebt, wie ein Besinnungsweg und eine wirklich offene Kirche, in zeitgemäßer Form gestaltet, die Bedürfnisse der Menschen ansprechen.“ Die Besucher hätten Ruhe, Besinnung, Kraft, Zuversicht, Hoffnung und nicht zuletzt oft neuen Zugang zur Kirche gefunden. „Auch neue Gottesdienstformen, Seminare und Konzerte haben bei vielen Menschen das Interesse an Kirche geweckt. Wir freuen uns, dass in Rattlar – integriert in den Pilgerweg – eine weitere neue Form von zeitgemäßer Kirche entsteht, eine Lichterkirche, modern, medial und meditativ, die neugierig macht.“ So seien die Kirchengemeinden wie ein Baum im Lauf der Jahre gewachsen und hätten Früchte getragen, aus deren Samen weiterhin Neues entstehen könne. Tonja Hochmanski griff das Bild der Herbstzeit auf. „Die gute Ernte ist eingebracht, die Blätter fallen und die bunten Farben verschwinden allmählich. Die Bäume wirken kahl und haben Leben verloren. In dieser Zeit stehen und sehen wir uns auch als Gemeinden. Wie aber die Bäume sich dem Jahreszeitenwechsel nicht entziehen können, so müssen auch wir uns Veränderungen stellen.“ In den vergangenen Monaten hätten die Gemeinden zusammen mit ihrem Pfarrer erreicht, dass die neuen Wege kirchlicher Arbeit nicht enden müssten. Traurig und für alle unverständlich müssten sie es aber hinnehmen, dass sie Ulf Weber „als Motor und Initiator dieser guten Wege verlieren werden“. Er werde den Menschen als Pfarrer und Seelsorger, der seinen Beruf mit Überzeugung und in großer Erfüllung lebe, fehlen. Pfarrer und Gemeinden verabschiedeten sich voneinander mit einem Lied von Klaus-Peter Hertzsch: „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt …“Der Gottesdienst wurde musikalisch ausgestaltet vom gemischten Chor „TonArt“ unter Leitung von Lydia Hucke und von Werner Lamm an der Orgel.Zu den Mitwirkenden zählten außerdem die Jungen und Mädchen des Kindergartens „Kleiner Regenbogen“, die sich in den letzten Wochen mit dem Thema „Kartoffeln“ befasst haben. Sie berichteten, was sie über die Knollen gelernt haben, setzten das Märchen vom guten Kartoffelkönig in Szene und sangen ein Lied von der Apfelernte. Von Ulrike Schiefner

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