Angehende Stadt- und Regionalplaner geben der Kreisstadt ein neues Gesicht · Architektur mit Überraschung

Viel frischer Wind für Korbachs Kern

Korbach. - Grüner, freier und zugleich urbaner stellen sich Studenten der Uni Kassel die Stadt Korbach in naher Zukunft vor. Im Bürgerhaus sind ihre Pläne zu sehen – ihre Umsetzung würde überraschend viel Wind in die Stadt bringen.

Der Rathausanbau und das Parkdeck werden abgerissen, auch das Gebäude, in dem C&A Kleidung verkauft, wird dem Boden gleichgemacht – dort entstehen neue Häuser, die besser ins Stadtbild passen, mehr Grün und klare Fluchten für den Blick belassen, schließlich auch das Gelände zum Amtsgericht mehr in den Mittelpunkt des städtischen Lebens rücken. Der Obermarkt wird vollkommen umgestaltet, weil das Gelände mit dem Parkplatz schlecht genutzt ist, keine touristische Nutzung erlaubt und keine Verbindung zum Rathausplatz und dem historischen Stadtkern schafft. Stadt attraktiver machen So und ähnlich würden Studenten aus dem 3. Bachelor-Semester der Uni Kassel die Kreisstadt verändern – und zwar mit dem Ziel, mehr junge Menschen für ein Leben in Korbach zu gewinnen und die Stadt auch attraktiver für junge Familien, Touristen und Geschäftsleute zu machen. Ihre Pläne stellen sie noch bis kommenden Samstag im Bürgerhaus aus (siehe Stichwort) – eröffnet wurde die Ausstellung am Samstagnachmittag von Bürgermeister Klaus Friedrich sowie den Studenten und ihren Professoren selbst. „Frischer Wind für Korbachs Kern“ lautete der Titel des Bachelor-Projekts, das die Stadt Korbach in Kooperation mit der Universität Kassel im vergangenen Jahr in die Wege geleitet hat und dessen Ergebnisse nun in der Ausstellung zu sehen sind. Zum ersten Kennenlernen kam es im Oktober 2012; die Stadtplanerin Marie-Louise Häpe versammelte die Studenten des Studiengangs „Stadt- und Regionalplanung“ unter anderem auf dem Tylenturm, um ihnen einen Überblick über den Stadtkern zu bieten. Mängel und Chancen In fünf Gruppen eingeteilt, analysierten die angehenden Stadt- und Regionalplaner aus Kassel unter der Regie von Professorin Christl Drey und Gastprofessor Henry Beyerlorzer, die am Samstag auch anwesend waren, die Stadt mit Blick auf Raumstruktur, die Nutzung der Bauten, ihre Freiflächen sowie das Straßen- und Wegenetz. Sie erstellten eine Analyse über Mängel, aber auch über die Chancen in der Architektur der Stadt.Mit dem Ziel, ein vielseitiges Korbach – regional, lokal, touristisch – zu erschaffen „und die Altstadt aus dem Winterschlaf zu holen, sie vitaler und ansprechender mit der Fußgängerzone zu verbinden“, wie Christl Drey formulierte, fanden die Studenten „neue Ideen, die überraschen“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich am Samstag bei der Eröffnung der Ausstellung. „Die 22 Arbeiten zeigen die Stadt aus einem völlig anderen Blickwinkel – mit dem Mut aus der Sicht von Außenstehenden“, unterstrich der Korbacher Rathauschef: „Zu sehen sind viele Bausteine, die von uns in zehn oder 15 Jahren vielleicht ernsthaft diskutiert werden.“ Von Marianne Dämmer

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