Schule in Corona-Zeiten – So waren die ersten Tage an der ALS

Alte Landesschule Korbach: Nach Ferien viel Koordination und jede Menge Diskussionen

Schüler während der Pause an der Alten Landesschule
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Mit viel Abstand - so wie auf diesem gestellten Foto - sollten die Schüler eigentlich die Pausen verbringen. Aber: Im Unterricht gilt keine Abstandsregel mehr.

Jede Menge Feinarbeit bei der Koordination von Stundenplänen und Räumen, Diskussionen mit Eltern und der Versuch, unterschiedliche Lernstände bei den Schülern auszugleichen: Zum Schulstart nach den Sommerferien waren die Herausforderungen für Schulleitungen groß.

Korbach - „Doch bisher läuft alles“, zieht Katrin Lange, stellvertretende Leiterin der Alten Landesschule (ALS), eine erste Bilanz. Für Katrin Lange bedeutet die aktuelle Phase vor allem eins: extrem viel Puzzlearbeit. Das hat unter anderem mit der Zahl der Unterrichtsräume zu tun. Regulär würden vier Klassenzimmer an die Beruflichen Schulen abgegeben, seit dort saniert wird. Doch derzeit sei das nicht möglich, deshalb seien es aktuell nur drei.

Gravierender sind jedoch die sogenannten Lehrerräume. Sieben gibt es und das bedeutet, dass die Lehrer dort ihren festen Platz haben und nicht sie, sondern die Schüler den Ort wechseln. Arrangiert wurde das für Kollegen aus Risikogruppen, sie müssten sich so weniger durch die vollen Gänge bewegen, erklärt Lange. Mit rund 1000 Schülern sei man damit aber jetzt an einer Grenze angekommen, räumlichen Spielraum gibt es quasi nicht mehr. „Das funktioniert derzeit überhaupt nur, weil wir dieses Jahr keinen 13er-Jahrgang haben.“

Zudem gibt es zwei Lehrer, die aus gesundheitlichen Gründen Home Schooling für die Schüler anbieten. Diese Fächer liegen stets in den Randstunden, sagt Katrin Lange. So hätten die Schüler zwischendurch keinen Leerlauf und vorher oder danach genügend Zeit, nach Hause zu gehen oder wieder in die Schule zu kommen.

Eines der häufigsten Diskussionsthemen der letzten Tage: Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes. Im Unterricht ist das laut Anweisung aus Wiesbaden nicht vorgesehen, dafür ist es Pflicht im Gebäude und auf dem Gelände. Lediglich Lehrer tragen Maske auch im Unterricht. Allerdings: Einige Lehrer, die einer Risikogruppe angehören, möchten am liebsten nur vor Ort unterrichten, wenn alle Schüler dann auch eine Maske tragen. Vorschreiben kann die Schule dies aber nicht, darüber müssten letztlich die Eltern entscheiden. Wenn die Eltern nur eines einzigen Kindes in einer Klasse dagegen seien, sei Präsenzunterricht mit diesem Lehrer schon nicht mehr möglich – und es muss wieder umgeplant werden.

Teils hätten sich bei der Frage, ob Masken auch im Unterricht getragen werden sollen oder nicht, schon die Fronten verhärtet. Sie habe deshalb jetzt Visiere vorgeschlagen. Die würden zwar nicht den selben Schutz wie Masken bieten, seien aber besser als gar kein Schutz. Für jede Klasse werde das jetzt mit den Eltern diskutiert und entschieden.

Appell an Eltern: An Masken für Kinder denken

Erst jetzt hatte der Landkreis empfohlen, auch im Unterricht Masken zu tragen. Darum könne man aber höchstens bitten, sagt Lange. Sie habe noch einmal beim Schulamt in Fritzlar nachgefragt. Das Ergebnis: Die Maßnahmen, die von dort bzw. aus Wiesbaden vorgegeben werden, dürften nicht verschärft werden.

Lange appelliert zudem an alle Eltern, dass sie morgens stets kontrollieren, ob die Kinder eine Maske dabei haben. Schon gut 30 hätten diese Woche aus dem Bestand der Schule herausgegeben werden müssen, da Kinder ihren Schutz vergessen hätten. „Das kann kein Dauerzustand sein.“

Geöffnet ist auch wieder die Mensa. Dort gebe es jetzt eine Einbahnstraßen-Regelung, zudem wird das Besteck nicht mehr von den Schülern selbst genommen, sondern mit dem Essen ausgegeben. Weil das alles etwas länger dauere, würden auch die Schlangen länger – für die jetzt zusätzlicher Platz in einem Aufenthaltsraum geschaffen wurde.

Katrin Lange versucht stets, gelassen an Herausforderungen heranzugehen. Unnötige Panik sei nicht gefragt, stattdessen etwas mehr Gelassenheit. Alles sei machbar – man müsse eben nur etwas mehr Zeit investieren. (Julia Janzen)

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