Hans Krusche zieht Wetterbilanz für 2014

Viel Regen vermiest den Sommer

Korbach - Der Winter war zu warm, der März viel zu trocken und der Sommer ist ins Wasser gefallen: So hat Korbach das Jahr 2014 aus der Sicht von Wetterbeobachter Hans Krusche erlebt.

„Ich bin kein Prophet“. lacht Hans Krusche verschmitzt. Doch der Friseurmeister und Hobbymeteorologe lässt sich schließlich doch noch zu einer Prognose für 2015 hinreißen. Seit vielen Jahren beobachtet er Wind und Wetter in der Hansestadt und zeichnet akribisch Temperaturen, Niederschläge und weitere Daten auf. Kurzum: Keiner kennt das Wetter in Korbach so gut wie er. „Das Wetter könnte wieder so ähnlich werden wie in 2014“, schließt er aus ersten Parallelen bei Temperaturen und Niederschlägen. Das wird viele nicht freuen: Denn für Landwirte war der März zu trocken und der Sommer zu nass. Gerade zur Ferienzeit hätten sich die Korbacher ein anderes Wetter gewünscht. Viel Regen und ein zu kühler August sorgen nur selten für Freibad-Laune. Mit 795 Litern regnete es deutlich mehr als im Vorjahr (726 Liter). Und auch in Hans Krusches Aufzeichnungen – da ist er sich mit den hauptberuflichen Meteorologen einig – endet 2014 als das bisher wärmste Jahr. So war das Wetter in der Hansestadt nach seiner Bilanz: Milde Temperaturen begleiteten die Korbacher beim Start ins Jahr 2014. Erst gegen Ende Januar lagen die Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schnee bedeckte die Landschaft. Viel zu trocken war es im März: im gesamten Monat fiel nur 6,6 Liter pro Quadratmeter Regen. Dafür kletterte das Thermometer schon am 10. März erstmals in diesem Jahr über die 20-Grad-Marke. Mit sonnigen, frühlingshaften Tagen leitete der Monat in einen sehr warmen April über. Bei 25 Grad und Sonne genossen die Korbacher den 4. April in den Eiscafés der Fußgängerzone, einen Tag später blühten die Kirschbäume. Ab Monatsmitte zeigte sich der April von seiner regnerischen Seite. Der Mai startete kühl und verlief in seinem letzten Drittel sehr nass. Insgesamt 105 Liter Regen prasselten pro Quadratmeter auf den Boden. Dafür begann die Freibadsaison am 18. Mai vielversprechend bei 24 Grad. Kräftige Regenschauer vermiesten zu Christi Himmelfahrt den Korbachern die Vatertags-Wanderungen.Durchwachsen zeigte sich der Juni. Er bescherte am 7. und 8. der Hansestadt die ersten heißen Tage mit mindestens 30 Grad. An der Hälfte der Tage blieb das Thermometer aber unter 20 Grad. Mit Niederschlägen von insgesamt 119 Litern pro Quadratmeter war der Juli der regenreichste Monat des Jahres. Gerade mal zehn Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad hielt er bereit. Kaum besser der August: Krusche maß gut 100 Liter Regen pro Quadratmeter und zählte fünf Sommertage. Nach einem durchschnittlichen September freuten sich die Korbacher noch auf ein paar Tage goldenen Oktober. Ab Monatsmitte wurde es deutlich kühler. Sehr trocken war der November. Der erste Schnee des neuen Winters fiel am 3. Dezember. Die weiße Pracht blieb nicht lange liegen, der Dezember erinnerte in den folgenden Wochen eher an einen trüben Herbst. Dafür war den Korbachern eine weiße Weihnacht vergönnt: Frau Holle schüttelte am zweiten Weihnachtsfeiertag noch einmal kräftig die Betten. Von Lutz Benseler

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