Gemeinde Vöhl und EWF realisieren gemeinsam neue Erdgas- und Wasserleitung für 750 000 Euro

Viele Möglichkeiten in einem Graben

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Spatenstich in Vöhl: Bürgermeister, EWF-Chef und Landrat gaben gestern mit Mitarbeitern von Baufirmen, Gemeinde und EWF den Startschuss für die Bauarbeiten. Unerwarteter Schiefer erschwert die Arbeiten.

Vöhl - Sie schlagen mehrere Fliegen mit einer Klappe: Seit vergangener Woche verlegen die EWF und die Gemeinde Vöhl Leitungen von Meineringhausen nach Vöhl - für Wasser, Erdgas, Strom und Zukunftspläne.

Die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) und die Gemeinde Vöhl nutzen die Gunst der Stunde: Nach Dorfitter schließen sie auch die Kerngemeinde an das Erdgasnetz an. Gestern gaben Bürgermeister Harald Plün­necke, Landrat Dr. Reinhard Kubat und EWF-Chef Stefan Schaller dafür den Startschuss. Gleichzeitig nutzen sie aber die Bauarbeiten, um auch die Wasserversorgung der Großgemeinde langfristig zu sichern, die Freileitungen in die Erde zu verlegen und der schnellen Datenautobahn die ersten Türen zu öffnen.

„Das ist ein wichtiger Tag für Vöhl“, befand denn auch der Bürgermeister, „seit vielen Jahren haben wir darauf hingearbeitet.“ Noch in diesem Jahr sollen die Vöhler auf Erdgas umsteigen können, wenn sie denn wollen. Die ersten drei der insgesamt vier Bauabschnitte sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Erdgasleitung führt dann über 7,2 Kilometer nach Meineringhausen, wo sie an die 2008 errichtete Hochdruckleitung zwischen Sachsenhausen und Korbach angeschlossen wird.

Der neue Edeka-Markt hat sich bereits als Erdgasabnehmer angemeldet, im zweiten Bauabschnitt wird eine Verbindungsleitung zwischen der Haupttrasse und der Straße „Zum Steinberg“ gelegt. 750000 Euro wird der erste Bauabschnitt kosten, die Ausschreibung für die weiteren Arbeiten läuft noch. „Erst danach können wir das komplette Projekt kalkulieren“, so Anita Döring von der EWF.

Von den Kosten des ersten Bauabschnitts übernimmt die Gemeinde 235000 Euro. Denn mit der Verlegung einer neuen Wasserleitung von der „Tiefen Schneid“ bis nach Meineringhausen soll die Trinkwasserversorgung der Großgemeinde langfristig sichergestellt werden. Das Trinkwasser für alle Ortsteile - bis auf Dorfitter - kommt aus dem Tiefbrunnen in Hof Lauterbach. Weil dort aber bei Wartungsarbeiten, besonders hohem Wasserverbrauch im Sommer oder im Falle eines Stromausfalls nicht ausreichend Wasser gefördert wird, ist die Trinkwasserversorgung in diesen Fällen nicht gesichert.

Auch eine alte Leitung aus Meineringhausen kann den Ausfall dann nicht auffangen. „Deswegen sind wir froh, dass wir jetzt die neue Leitung bekommen, die im Notfall die Wasserversorgung aus Meineringhausen sicherstellen kann“, befand Plünnecke.

Mit Wasser und Erdgas wird auch ein Mittelspannungskabel in die Erde gebracht, das künftig die Freileitungen zwischen Vöhl und Basdorf ersetzen soll. Auch ein Leerrohrbündel wird verlegt. Letzte Hürde: Auf der Strecke haben die Bauarbeiter widerspenstigen Schiefer entdeckt. Dennoch sollen die Arbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.

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