Strenge Hygiene-Regeln

Vielen Gruppen sind die Vorschriften für Bürgerhäuser und Sporthallen zu aufwändig

Im Vereinsheim am Sportplatz Marienhagen treffen sich zurzeit keine Gruppen. Der Rasenplatz nebenan wird wieder genutzt.
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Im Vereinsheim am Sportplatz Marienhagen treffen sich zurzeit keine Gruppen. Der Rasenplatz nebenan wird wieder genutzt.

Die Gemeinschaftshäuser, Sport- und Mehrzweckhallen sind nach der Corona-Pause seit dem 15. Juni zwar wieder nutzbar, bisher verzichten aber die meisten Vereine und Gruppen darauf.

Denn die Nutzung ist an einige Vorschriften geknüpft. So müssen die Vereine ein Hygienekonzept vorlegen, um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden.

„Die Nutzung muss mit der Stadt abgestimmt werden, ein Hygienekonzept muss vorliegen und der Umfang der Nutzung muss den Corona-Regularien entsprechen. Nach der Nutzung sind Desinfektionen von Flächen wie Türgriffen nötig“, erklärt Battenbergs Bürgermeister Christian Klein.

Der Aufwand ist zu groß

Vielen Vereinen ist das zu aufwändig. „Bei uns soll der Spaß am Singen im Vordergrund stehen. Das ist mit den Einschränkungen nicht möglich“, sagt etwa Michael Gaul, der Vorsitzende des MGV Laisa. 

Der gemischte Chor würde eigentlich einmal pro Woche im DGH in Laisa üben. „Die Gesundheit unserer Mitglieder hat für uns Priorität“, sagt Gaul. Auch die Laisaer Tischtennisspieler, Volkstänzer und Kegler sind noch nicht wieder zurückgekehrt.

In Korbach sei die Nachfrage nach der Hallennutzung je nach Örtlichkeit unterschiedlich hoch, berichtet die Korbacher Stadtverwaltung: „Einige Vereine wollen schnellstens wieder trainieren und haben bereits Hygienekonzepte erarbeitet, andere werden aufgrund des organisatorischen Aufwandes den Trainingsbetrieb erst nach den Sommerferien wieder aufnehmen.“ 

Vereins- und Versammlungsräume müssen aber weiterhin geschlossen bleiben. Zuschauer beim Sportbetrieb seien ebenfalls nicht gestattet. Und zum Nachweis von Infektionsketten sind alle Nutzer verpflichtet, über die Belegung eine Teilnehmerliste zu führen und im Bedarfsfall dem Gesundheitsamt zur Verfügung zu stellen.

Eine Zumba-Gruppe trainiert wieder in der Sporthalle

Einige wenige Vereine im Landkreis sind derweil jedoch wieder für ihren Übungsbetrieb in öffentliche Gebäude zurückgekehrt. In Meineringhausen etwa hat am vergangenen Dienstag eine Zumba-Gruppe den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. 

Umkleiden und Duschen bleiben aber geschlossen, Toiletten dürfen nur einzeln betreten werden. „Ist die Gruppe größer als zehn Personen, gilt ein Mindestabstand von zwei Metern“, sagt Verwaltungsstellenleiter Friedhelm Schmidt, „nach dem Training wird die Halle dann intensiv gelüftet.“ 

Hygiene-Regeln sind in den Dorfgemeinschaftshäusern und Sporthallen Pflicht.

Schmidt geht aber davon aus, dass die Halle bis Ende August insgesamt nur wenig genutzt wird. „Der Übungsbetrieb findet in dieser Jahreszeit üblicherweise draußen statt, das hat sich auch durch Corona nicht verändert. Viele Gruppen gehen daher auf den örtlichen Sportplatz.“ 

Das Training ist in den digitalen Raum verlegt

In Marienhagen trifft sich die E-Sports-Abteilung des TV normalerweise im Vereinsheim am Sportplatz. Doch das gemeinsame Spielen an der Konsole wurde aufgrund der Coronakrise in den digitalen Raum verlegt. „Jeder spielt von Zuhause aus“, erklärt Yannick Meyer, der die Sparte leitet und im Vorstand des Vereins aktiv ist. Dies werde auch erst einmal so beibehalten. 

Den vereinseigenen Sportplatz nutzt die Gruppe jedoch wieder zum gemeinsamen Fußballspielen. „Seit wenigen Wochen können wir uns dort wieder treffen“, berichtet Meyer. 

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