Die Nachkommen des früheren Pfarrers überlassen den Usselner Bläsern ein wertvolles Instrument

Vierings Kuhlo-Horn für Posaunenchor

+
Ein Foto aus dem Album der Familie Viering. Es zeigt den früheren Usselner Pfarrer mit dem Kuhlo-Horn.

Willingen-Usseln - Nachträgliches Weihnachtsgeschenk für den Usselner Posaunenchor: Vorsitzender Thomas Schulze und Chorleiter Gerhard Biederbick nahmen im Jahresabschlussgottesdienst ein wertvolles Kuhlo-Horn in Empfang. Es stammt aus dem Besitz der Familie Viering.

Die alten Upländer erinnern sich noch gut an Dr. Karl August Viering. Er war von 1929 bis 1947 Pfarrer in Usseln. Das Flügelhorn befand sich zeit seines Lebens in seinem Besitz. Seine Kinder stifteten es jetzt dem Posaunenchor. Pfarrerin Gisela Grundmann übergab es den Bläsern am Dienstag im Auftrag der Familie Viering.

Der Posaunengeneral

Karl Michael Viering (Bremen), ein Sohn des früheren Usselner Pfarrers, schickte im Dezember nicht nur das Flügelhorn nach Usseln, sondern notierte in einem ausführlichen Brief auch viele interessante Details über die Geschichte des Instruments, das vom „Posaunengeneral“ Johannes Kuhlo gemeinsam mit dem Bielefelder Instrumentenbauer Ernst David konstruiert wurde. Kuhlo (1856 - 1941) zählte zu den Begründern der evangelischen Posaunenchor-Bewegung in Deutschland.

„Ein solches Kuhlo-Horn verschenkte Johannes Kuhlo (der ein menschliches Original war und sich zum Beispiel vorstellte als ,Johannes Kuhlo, ganze Kuh und halbes Loch‘)meinem Großvater: August Viering, Pastor in Bünde, in dessen Haus er verkehrte“, schreibt Karl Michael Viering. „Anlass waren die pietistischen Evangelisationstage, die alljährlich in Bünde stattfanden und deren Vorsitz mein Großvater übernommen hatte. Als dieser starb, kam das Horn in den Besitz meines Vaters“, also des früheren Usselner Pfarrers Dr. Karl August Viering, der es als Gemeindepfarrer in Usseln und später in Hofgeismar und Hombressen geblasen hat. Seinem Sohn sind insbesondere die Wecklieder in Erinnerung geblieben, die er jeden Sonntag aus den Fenstern seiner Wohnung blies.

Choräle unterm Fenster

Wie kam es zu der Entscheidung, das Horn dem Usselner Posaunenchor zu überlassen? Als Dr. Viering im Herbst 1981 im Sterben lag, fuhr der ganze Usselner Posaunenchor nach Hofgeismar, „um ihm zum Troste auf der Wiese unter den Krankenhausfenstern Choräle zu spielen“, schreibt Karl Michael Viering. „Einige der Bläser waren noch von meinem Vater zum Posaunenspiel angeleitet worden. Dieser Chor aus Usseln spielte sehr professionell, gut koordiniert und sauber.“ Die Familienmitglieder waren tief beeindruckt, „und mein Vater gerührt und sicher auch ein wenig stolz“. Und so erhielt der Posaunenchor jetzt als Dank für die damalige Fürsorge das Instrument, das zuvor noch in Bremen bei einer Firma für Instrumentenbau auf Vordermann gebracht wurde. Vorsitzender Thomas Schulze und Chorleiter Gerhard Biederbick freuen sich mit allen Bläsern über die Bereicherung des Instrumentariums. (bk)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare