Kommersabend zum 150-jährigen Bestehen des TSV

Vöhler feiern Sportsgeist

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Kommersabend 150 Jahre TSV Vöhl

Vöhl - Zahlreiche Gäste, prominente Gratulanten und befreundete Vereine aus nah und fern feierten das 150-jährige Bestehen des TSV Vöhl mit einem festlichen Kommers.

Das Parforcehorn-Bläsercorps Vöhl begrüßte die aus nah und fern angereisten Gäste des Kommersabends zum 150-jährigen Bestehen des TSV Vöhl mit der Europahymne, danach bot Vorsitzender Stefan Möbus einen Blick auf anderthalb Jahrhunderte sportlicher Tradition. Das Jubiläum rühre aus dem Einsatz aller Generationen und der Bereitschaft, sich immer wieder zeitgemäß aufzustellen.

In diesem Geist wolle der TSV die Voraussetzungen für zukünftige Jubiläen schaffen: „Mit Kinderturnen, Leichtathletik, Jazz-Tanz, Step-Aerobic, Damengymnastik, Tischtennis, Fußball und Herzsport bietet der Verein jede Facette des Breitensports an“ lobte Möbus die Impulsgeber der Sparten. Das Angebot sei beachtlich in einer Zeit, in der das sportliche Ehrenamt nicht mehr jeden erreiche.

Sport für vieles wichtig

Bürgermeister Matthias Stappert hob den beständigen Wandel im Sport hervor und sprach dem TSV Vöhl, der immer wieder die Zeichen der Zeit erkannt habe, ein ausdrückliches Kompliment aus: „Hier in Vöhl ist echter Sportsgeist lebendig geblieben - es geht nicht um Starrummel, sondern um Jugend- und Breitensport.“ Er sagte dem TSV auch weiterhin die Unterstützung der Gemeinde zu.

„Es gibt viele Vereine, die alt werden, aber nur wenige, die so jung bleiben wie Sie“, ließ Landtagspräsident Norbert Kartmann die Erfahrung zahlreicher Jubiläen sprechen. Landrat Dr. Reinhard Kubat zog Parallelen zwischen den Vöhler Vereinsjubiläen des Wochenendes: Sport- und Gesangsvereine hätten nach dem Feudalismus erst den Weg zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung eröffnet. Die Erfolglosigkeit seiner heimischen Fußballmannschaft gegen die Vöhler schob der Marienhagener schmunzelnd auf deren Erfahrungsvorsprung. Auch Bundestagsabgeordneter Lothar Franke erinnerte sich an starke Auftritte der Fußballer der SG Vöhl/Basdorf/Werbetal. Das „Wir-Gefühl“ im Mannschaftssport sei Grundlage demokratischen Gemeinschaftsgefühls. Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg erinnerte sich an zahlreiche intensive Kreisklassen-Duelle mit den Volleyballerinnen des TSV, die sie auf Seiten des VfL Bad Wildungen ausgefochten hatte.

Europäische Partnerschaften

Mit den Länderhymnen „The Sportsman“ für Bugbrooke und „Souvenir de Mouchard“ für die französische Partnergemeinde sorgten die Parforcehornbläser bei den Zuhörern für eine kurze Verschnaufpause. Im Namen des Gemeinderats von Bugbrooke überreichte John Curtis eine silberne Gedenkplatte und bedankte sich für die nunmehr 30 Jahre andauernde Partnerschaft mit Jugendaustausch. Willy Marriot vom FC Bugbrooke überreichte zudem einen Vereinswimpel.

Sportliche Partnerschaften wie zwischen Vöhl und Mouchard sowie Bugbrooke seien ein Zeichen des Friedens, so Michel Rochet, Führer der französischen Delegation. Er überreichte Stefan Möbus einen besonderen Siegerpokal und ein Freundschaftstrikot. Am Nachmittag hatten die Fußballer aus Frankreich das erstmals international ausgetragene Heinz-Jaspers-Gedächtnisturnier gewonnen. Die Quadrille aus Mouchard präsentierte schließlich in Kostümen des zweiten Kaiserreichs etliche Walzer und Polkas von Johann Strauß.

Hauptmann Christoph Heusinger von der Patenkompanie Frankenberg 3./EloKaBtl 932 wünschte dem Verein Lebendigkeit durch viele aktive Mitglieder.

Um Verein verdient gemacht

Bei den Ehrungen standen langjährige Vereinsmitglieder, die an der Wiedergründung nach dem zweiten Weltkrieg Anteil hatten, an erster Stelle: Fritz Lamm erhielt sogar eine Urkunde für seine 80-jährige Mitgliedschaft im TSV Vöhl. Jürgen Evers wurde von seinem Vater gleich bei der Geburt angemeldet und ist dem Verein seit über 78 Jahren treu. Gerti Müller und Lina Müller wurden für 68-jährige Mitgliedschaft im TSV ausgezeichnet. Für den Sportkreis Waldeck-Frankenberg ehrte Uwe Steuber Svenja Lotze, seit 2012 stellvertretende Vorsitzende, mit der Ehrenurkunde des Landessportbundes. Schon seit 2001 ist sie in der Jugendarbeit aktiv, seit 2007 als Jugendleiterin. Ehemals bekleidete diesen Posten auch Monika Heidel, die der stellvertretende Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann lobte: Die Frau des Ehrenvorsitzenden Heinrich Heidel koordiniere die Zusammenarbeit in der JSG und stehe stets für Trainer und Sportler als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie erhielt den Ehrenbrief des Hessischen Fußballverbandes.

Zukunftsträchtige Geschenke

Weitere Ehrungen galten den Aktiven und ihren Verdiensten um den Sport: Als Vizepräsident des Landessportbundes Hessen überreichte Helmut Meister dem Verein eine Ehrenurkunde. Zwei Gutscheine für kostenlose Ausbildungen zum Übungsleiter, Jugendleiter oder Vereinsmanager in der Sportschule des LSBH Frankfurt bildeten ein zukunftsträchtiges Jubiläumsgeschenk an den Verein.

Hartmut Schmidtke, Vorsitzender des Turngaus Waldeck, zeichnete den TSV mit dem Jahn-Schild des Deutschen Turner-Bundes aus. Der Verein bekam zudem einen Freiplatz in einem Grundmodul zur Verfügung gestellt. Der Turngau Waldeck spendierte zur Jubiläumsurkunde noch drei Gutscheine für eine Übungsleiterfortbildung.

Mit der silbernen Ehrennadel des Hessischen Turnverbands zeichnete der Vorsitzende des Turngaus zudem Conni Mohn aus. Seit 1990 gestaltet sie das Training der Jazztanz-Gruppe und leitet die Übungsstunden der Gymnastikdamen und der Step-Aerobic-Gruppe. „Wir müssen den Gedanken des Turnvaters Jahn in unseren Kindergärten, Schulen und Berufsleben wieder mehr Beachtung schenken“, so Schmidtke.

Tanja Werkmeister vom Behindertensportverband ehrte Gabriele Metka mit der Verbandsurkunde. Dr. Haldun Spreckelsen bekommt seine Urkunde nachgereicht. Die beiden leiten seit über 20 Jahren die Herzsport-Gruppe des TSV.

Von Armin Hennig

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