Neue Tafel im Eingangsbereich der Synagoge

Vöhler lösen Versprechen ein

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Peter Bundis hat für die Vöhler Synagoge eine Tafel mit den Namen der jüdischen Opfer des Holocausts, die einst in Vöhl lebten, gestaltet. Ingeborg Drüner, Karl-Heinz Stadtler und Günter Maier vom Förderkreis bedankten sich.Fotos: Demski

Vöhl - Gegen das Vergessen hat der Förderkreis der Vöhler Synagoge eine neue Tafel in dem alten jüdischen Gotteshaus angebracht - mit den Namen der ermordeten Vöhler Juden. Außerdem hat eine alte Torarolle ihren Weg in die Synagoge gefunden.

Er hat jeden Namen mit der Hand geschrieben. Schwarze Tinte auf handgeschöpftem Papier. „Es war mir wichtig, jeden von ihnen einmal benannt und geschrieben zu haben“, sagt Peter Bundis, der die Tafel hergestellt hat. Der Name jedes jüdischen Opfers aus Vöhl, das den Holocaust mit dem Leben bezahlte, hat er auf Papier gebannt und damit für nachfolgende Generationen sichtbar gemacht.

Die große Tafel hängt seit dieser Woche im Eingangsbereich der Synagoge. „Damit lösen wir auch ein Versprechen ein“, sagt Karl-Heinz Stadtler. Als die Familien der Opfer nämlich im September 2000 nach Vöhl kamen, da versprach der Förderkreis, in der alten Synagoge an die Menschen zu erinnern, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. „Oft haben sie nicht mal ein Grab, ihre Namen stehen nirgendwo geschrieben“, sagt Stadtler, „jetzt stehen sie bei uns geschrieben.“ Eine Etage höher hat Peter Bundis, der zu den Gründungsmitgliedern des Förderkreises gehört, noch eine andere Arbeit installiert. Für eine alte Torarolle, die dem Förderkreis der Synagoge überlassen wurde, hat er eine Vitrine gebaut. „So können wir die Schriftrolle endlich auch den Besuchern zeigen“, sagt Günter Maier. Verse aus dem 2. Buch Mose erzählen auf Hebräisch die Geschichte der Plagen in Ägypten. „Das ist ein herausgehobenes Stück jüdischer Kultur“, betont Karl-Heinz Stadtler.

Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass irgendwann auch eine der neun Vöhler Torarollen in die Synagoge zurückkehrt. „Manchmal tauchen diese wertvollen Stücke Jahrzehnte später irgendwo auf“, sagt der Vöhler. Bis dahin erzählen andere Erinnerungsstücke die Geschichte der Juden in Vöhl. (resa)

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