Fantasievoller Festzug und Livemusik in der Walmehalle zur Kirmes in Meineringhausen

Vogelscheuchen, Spinnen und Delfine

Korbach-Meineringhausen - Der farbenfrohe Festzug durch die Straßen des Dorfes war am Sonntag der Höhepunkt der Kirmes.

Wieder hatten sich Vereine des Dorfes und Gruppen aus der Umgebung einiges einfallen lassen. Wer alles gegen Mittag zur Walmehalle kommen würde, wussten die Kirmesburschen und -mädels nicht. Schnell formierte sich ein langer Festzug. Die Gastgeber zogen mit ihrer Fahne vorneweg, in kleinen Gruppen sprangen sie aber auch zwischen den Gruppen umher.

Der Ortsbeiräte konnten sich einen ironischen Seitenhieb auf die Kreisstädter nicht verkneifen: Die hatten die Delfine als Schmuck eines Verkehrskreisels nach ein paar Wochen wieder abmontiert. Kommentar der Meineringhäuser: „Die Kosten haben uns bewogen – die Delfine wurden eingezogen“. Die verschwundenen Tierchen hatten sie auf einen Wagen montiert. „Schluss mit Vögeln“, riefen die Motorsportfreunde: Die seit 25 Jahren vertretenen „Veteranen des Festzuges“ hatten sich als Vogelscheuchen verkleidet. Passend zur Jahreszeit präsentierten sich die Frauen der Gymnastikgruppe II im TSV als Spinnen, die im Altweibersommer gut sichtbar ihre Netze knüpfen. Einige als Cowgirls verkleidete Mädchen des Dorfes mussten ohne männliche Begleitung losziehen, sie beklagten: „Unsere Cowboys sind alle weg – zu langsam war das Internet.“ Die Fußball-Jugendspielgemeinschaft Lelbach/Rhena/Meineringhausen verkündete selbstbewusst: „Hier laufen Weltmeister 2022“. Stark vertreten war die Feuerwehr – von den „Löschzwergen“ der Bambini bis zum 50 Jahre alten Löschgruppenfahrzeug 8, ein Opel Blitz. Die Landfrauen erinnerten mit einem Wagen und einer Fußgruppe an ihr Kartoffelfest vor 14 Tagen und an die Ernte. Dazu gehörte ein guter Schnaps – den auch die Kirmesburschen und -mädels fleißig an die Zuschauer am Straßenrand ausschänkten. Auf einem Wagen ließen einige junge Leute den Junggesellenabschied ihrer Freundin Wiebke samt Partymusik noch einmal aufleben. Auf einem weiteren Wagen ging es um die 775-Jahr-Feier des Dorfes 2015, Motto: „Meineringhausen steht Kopf“.Auch Nachbardörfer waren wieder vertreten. „775 Jahre Meineringhausen – Strothe bereitet sich vor“, versprachen einige Einwohner, die mit mehreren Oldtimer-Traktoren vom Mc Cormick bis zum Deutz gekommen waren. Die Epper warben für ihr Weinfest. Der Spielmanns- und Musikzug der Adorfer Feuerwehr und der Spielmannszug aus Ober-Waroldern sorgten für die Musik.

Am Dorfplatz „Am Unterborn“ endete der Zug mit einem Tanz der Gastgeber um die Kirmesfahne. Traditionell übergab der Vorsitzende Sebastian Schmidt die riesige „Kirmes-Brezel“ an Ortsvorsteher Peter Graß. Der revanchierte sich mit der ebenso traditionellen Einladung an die 26 Kirmesburschen und -mädels zum Frühstück. In der Halle gab es am Nachmittag Kaffee und Kuchen.Begonnen hatte die Kirmes am Samstag. In der Walmehalle heizte die Band „No Limit“ den Besuchern kräftig ein, von Schlagern bis zu Rock und Pop reichte die Bandbreite der Hits. In der Sektbar ließ DJ Benzzon aus Korbach Discobeats wummern. Sebastian Schmidt und seine Stellvertreterin Ann-Christine Bärenfänger freuten sich über eine volle Halle und die „tolle Stimmung“. Das gilt es beim großen Showabend am Montag zu toppen.

Montag ist der letzte Tag der Meineringhäuser Kirmes. Er beginnt mit dem Wecken der Dorfbewohner, die wieder eine Mischung aus Volksmusik und Kirmesgeschrei erwartet. Um 11 Uhr startet „Waldecks größter Frühschoppen“ mit Freibier. Die Band „Nightlive“ spielt dazu auf. Die jungen Meineringhäuser lädt die „Kirmesmutti Renate“ um 15.30 Uhr zur Kinderkirmes in die Halle ein. Und am Abend folgt der nächste Höhepunkt: das einfallsreiche humoristische Showprogramm der Kirmesburschen und -mädels. Beginn ist um 20.30 Uhr in der Halle, Einlass ist schon ab 20 Uhr. Motto in diesem Jahr: „Fernsehshows“. Die Besucher erwartet ein etwa zweistündiges Programm voller Livegesang, Tänze und pointierter Sketche – mehr wird noch nicht verraten.Nach der fulminanten Show gibt‘s wieder das traditionelle „Pisspotttrinken“. Anschließend wird zu Hits der Band „No Limit“ noch einmal ausgelassen gefeiert.

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