Korbacher und Hillershäuser gedenken gemeinsam mit syrischen Flüchtlingen den Opfern der Gewalt

Volkstrauer mit neuem Akzent

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In Korbach gedachten Vertreter der Stadt und der Vereine den Toten von Krieg und Gewaltherrschaft.

Am Volkstrauertag stellen sich die Stadt Korbach und der Ortsbeirat Hillershausen mit syrischen Flüchtlingen in eine Reihe. Sie gedenken der Toten durch Krieg und Gewaltherrschaft. Einen Tag nach Paris.

In Hillershausen steht an diesem Samstagabend die jährliche Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag im Kalender. Aber dieses Jahr ist alles anders. „Wir denken heute an die Opfer der erschütternden Gegenwart“, sagt Ortsvorsteher Andreas Schulte. Der Terror des Vortrags prägt das Gedenken am Ehrenmal – und die Kriege der Gegenwart. „Wir haben die syrischen Flüchtlinge bei uns im Ort gefragt, ob sie sich am Gedenken beteiligen wollen“, erzählt Schulte. Sie sagten zu. Und so steht Mohamed Al Refaee mit seiner Familie ebenfalls am Gedenkstein. Zwölf syrische Flüchtlinge leben in Hillershausen, 18 weitere werden noch erwartet. „Wir wollen ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind. Auch nicht in ihrer Trauer“, betont Andreas Schulte. Und deswegen zündet Mohamed Al Refaee eine Kerze an – in Erinnerung an die vielen Opfer in seiner syrischen Heimat. Das Licht steht schließlich neben dem Kranz des Ortsbeirats. „Dieser Tag soll uns auch Mahnung sein“, sagt Schulte dann. „Wir dürfen uns nicht von den finsteren Bildern der Asylhasser irritieren lassen“, betont er, „das Schicksal der Flüchtlinge darf uns nicht egal sein.“ Als der Chor am Ende der bewegenden Feierstunde die ersten Töne von „Vergiss es nie“ anstimmt, da nehmen sich die Menschen an den Händen. In einem großen Kreis stehen Flüchtlinge und Hillershäuser an der Tafel. Persönliche Verantwortung Die Stadt Korbach hat sich für ihre Gedenkfeier am Sonntagmorgen für einen ähnlichen Akzent entschieden: Um einen Moment des Schweigens bittet hier Bürgermeister Klaus Friedrich. Für die Opfer des Terrors in Paris.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung am Montag, 16. November.

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