Louis-Peter-Schule und Berufliche Schulen kooperieren als Mittelstufenschule

Vorbereitung auf die Arbeitswelt

+
Mit Kabeln umzugehen, stand am dritten Unterrichtstag auf dem Lehrplan: Elektrotechnik-Fachlehrer Markus Schmand mit Mittelstufenschülern der Louis-Peter-Schule.Foto: Kobbe

Korbach - Kleine Gruppen, praxisorientierter Unterricht, berufliche Bildung: In der Schulform „Mittelstufenschule“ sollen Haupt- und Realschüler ab der 8. Klasse ausschnittsweise die Arbeitswelt kennenlernen.

Als Bildungspartner kooperieren in diesem neuen Modell die Louis-Peter-Schule und die Beruflichen Schulen. Die Schulleiter Michael Gering und Werner Schmal stellten gestern das Konzept der Mittelstufenschule mit ihren Kollegen Nils Holzkamp, Michael Steinberg (LPS-Konrektoren) und Dirk Schmid (Mittelstufen-Schulkoordinator) vor. Das Modell der Mittelstufenschule wurde 2011 im Hessischen Schulgesetz verankert.

Berufsorientierter Unterricht als fester Bestandteil des Stundenplans findet seit Ende der Sommerferien für 145 LPS-Schüler immer einmal pro Woche donnerstags in den Beruflichen Schulen statt. Dafür arbeiten die Fach- und Klassenlehrer beider Schulen eng zusammen.

Vordringliches Ziel der Mittelstufenschule ist es, das Manko mangelnden Praxisbezugs zu beseitigen, benennt Gering die „Achillesferse des Schulsystems“. Die Entscheidungsgrundlage für die Berufswahl würde somit wesentlich verbreitert und der Weg zu weiterführenden Schulabschlüssen geebnet. „Die Schülerinnen und Schüler erkennen im handlungsbezogenen Unterricht, warum sie etwas lernen“ und bei welchen Tätigkeiten sie dieses Wissen anwenden können, betont Schmid.

Übergänge erleichtern

Bei den Schülern und deren Eltern, die vorab über die Veränderungen im Stundenplan informiert wurden, habe die neue Schulform nur positive Reaktionen hervorgerufen, schildert Holzkamp seine Erfahrungen. Nach einer einjährigen Orientierungsphase beschäftigen sich die Hauptschüler mit zwei, die Realschüler mit vier Berufsfeldern, die sie zuvor selbst ausgesucht haben. Zur Wahl stehen dabei die Fachrichtungen Wirtschaft, Technik, Gesundheit und Sozialwesen mit Schwerpunkten wie Ernährung, Elektro-, Kfz- oder Holztechnik, Gesundheit und Sozialwesen.

Die Schulleiter Schmal und Gering sind sich darin einig, dass den Mittelstufenschülern der Übergang zum weiterführenden beruflichen oder allgemeinbildenden Gymnasium erleichtert wird. Die neue Schulform leiste auch unter diesem Gesichtspunkt einen wichtigen Beitrag, die Zahl der Ausbildungs- und Studienabbrüche zu verringern.

Von Thomas Kobbe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare