Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer auf Besuch in Lichtenfels

„Vorbildliche Bereitschaft zum Einsatz“

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Lichtenfels - „Vorbildlich“ – so hieß das Fazit von Dr. Thomas Schäfer gestern bei seinem Besuch in der Stadt Lichtenfels. Der hessische Finanzminister hatte sich über die sanierte Mehrzweckhalle in Goddelsheim und die Bürgergenossenschaft „Schule“ in Dalwigksthal informiert.

Lichtenfels ist eine kleine Stadt – einige der Projekte, die ihre Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Jahren umgesetzt haben, sind aber so beispielhaft, dass sie auch eine Wirkung nach außen zeigen. Davon machte sich der Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) gestern Abend ein Bild, als er zum Informationsbesuch nach Lichtenfels kam und sich die Mehrzweckhalle in Goddelsheim und den Dorftreff „Schule“ in Dalwigksthal anschaute.

Dass Mehrzweckhallen saniert werden, ist an sich normal, doch in Goddelsheim sticht hervor, dass die energetische Sanierung des Baus aus dem Jahr 1969 nur realisiert werden konnte, weil die Goddelsheimer mit viel Tatkraft selbst Hand anlegten: 10 000 Stunden haben sie an Eigenleistung erbracht. Das machte Ortsvorsteher Friedrich Schüttler gestern deutlich, verwies auf einen guten Zusammenhalt zwischen allen Generationen und hob unter anderem Albrecht Straube hervor, der sich als Bauleiter zur Verfügung gestellt hatte.

Bürgermeister Uwe Steuber stellte heraus, dass die Stadt bei Gesamtkosten von rund 900 000 Euro dank Fördergeldern aus Konjunkturprogramm und Investitionspakt letztendlich lediglich 320 000 Euro an Eigenmitteln zuschießen musste. Mit der Sanierung der gut genutzten Halle werden die Heizkosten beträchtlich gesenkt. Schäfer würdigte die hohe Eigenleistung der Goddelsheimer: „Die Bereitschaft, sich zu engagieren, ist vorbildlich. Da sieht man, was sich mit ehrenamtlichem Engagement alles erreichen lässt.“

Ein ähnliches Engagement auf ganz anderen Wegen fand er auch in der „Schule“ in Dalwigksthal: Dem ehemaligen Dorfgemeinschaftshaus (DGH) drohte die Schließung – daraufhin stellte eine Gruppe von Dalwigksthalern um Ideengeber Bernd Wecker 2012 das Projekt Bürgergenossenschaft „Schule“ auf die Beine (wir berichteten) und rettete damit den einzigen Anlaufpunkt im Ort. Für eine Bürgergenossenschaft hatte sich die Gruppe entschieden, weil für dringende Umbauten Grundkapital nötig war. Inzwischen haben 49 Genossen 60 Anteile gezeichnet, die Bürgergenossenschaft ist anerkannt und führt das ehemalige DGH als Dorftreff und Kneipe, betonte Bernd Wecker, Vorsitzender der Bürgergenossenschaft. Personal auf 450-Euro-Basis sorgt für die Bedienung – jede andere Arbeit, von der Organisation bis zum Erstellen eines Flyers, wird ehrenamtlich geleistet, erklärte Wecker.

Genutzt werde das Haus gut – vom Ortsbeirat über die Knobelgruppe bis hin zu Wandergästen. Für Bürgermeister Steuber eine Win-win-Situation: „Wir als Kommune sparen viel Geld und die Bevölkerung hat trotzdem mehr davon.“ Auch Finanzminister Schäfer zeigte sich beeindruckt von der Idee und der Umsetzung. Auf seine Frage, wie die Genossen überzeugt werden konnten, wenn die Aussicht auf Gewinn doch niedrig ist, sagte Wecker: „Wir haben gesagt: Wir versprechen euch lediglich den Erhalt des Hauses und der Dorfgemeinschaft. Und da gab es keine Diskussion mehr, das war allen das Wichtigste.“

Zu dem Besuch des Ministers hatten sich neben Bürgermeister Steuber, Ortsvorsteher Schüttler, dem Lichtenfelser CDU-Chef Alf Höfer auch Mitglieder der Lichtenfelser CDU-Fraktion, des Magistrats, des Kreistags und Landtagsabgeordneter Armin Schwarz eingefunden, um Informationen zu geben und sich auszutauschen. Bevor sich der Minister in Richtung Süden auf den Heimweg machte, vergaß Bürgermeister Steuber nicht, vor der maroden Straße nach Sachsenberg zu warnen – und um einen früheren Ausbau zu bitten.

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