Kinderbuch-Illustrator Alexander Steffensmeier unterhält 180 Vorschulkinder

Ein Vormittag mit Lieselotte

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Aufmerksames Publikum: Insgesamt 180 Korbacher Vorschulkinder nahmen an der Doppel-Veranstaltung im Bürgerhaus teil.

Korbach - Lieselotte ist eine schwarz-bunte Kuh, die mit Vorliebe den Postboten erschreckt. Was sie sonst noch für Abenteuer auf dem Bauernhof erlebt, zeichnet Alexander Steffensmeier. Der Illustrator der beliebten Kinderbuchreihe war gestern im Korbacher Bürgerhaus zu Gast.

Das aufmerksame ­Publikum der Doppel-Lesung bestand aus rund 180 Mädchen und Jungen aus den Korbacher Kindergärten, die der Einladung der Stadtbücherei gerne gefolgt waren. Aufgrund des großen ­Interesses fand der Vormittag mit Lieselotte dann auch nicht in der Bücherei, sondern im geräumigeren Bürgerhaus statt, erklärte Mitarbeiterin Monika Weber. Mit Erzieherinnen und Müttern verfolgten die Vorschulkinder gespannt, was der bekannte Zeichner ihnen Neues über die Hauptfigur seiner mittlerweile acht Lieselotte-Bilderbücher erzählen konnte. Einzelne Seiten wurden dabei mit dem Beamer projiziert. Außerdem ließ sich Steffensmeier beim Zeichnen zuschauen. Die mit schnellen Filzstift-Strichen scheinbar kinderleicht skizzierten Figuren erhielten die Kindergärten anschließend als Souvenir.

Bauernhof-Romantik

Lieselottes Domizil ist ein kindgerecht romantischer Bauernhof, auf dem es weder Milchquote noch Melkroboter gibt. Als Vorbild dient der Betrieb eines Onkels des Zeichners, der 1977 in Lippstadt geboren wurde und in der Nähe aufwuchs. „Ja, er freut sich jedes Mal, wenn er im neuen Buch wieder einen Hinweis auf seinen Hof erkennt“, berichtet Steffensmeier. Überhaupt stecken seine Zeichnungen voller witziger und origineller Details: die Bäuerin liest in der „Farmer Vogue“, Hühner betätigen sich als Krankenpfleger und seine jungen Korbacher Zuschauer entdecken in der Tierarztpraxis gleich die „Piratenkatze“ (mit Augenklappe). Dass alle paar Seiten auch mal gezeichnete Gags mit dabei sind, die den Erwachsenen auf- und gefallen, sieht er als Belohnung für die Mütter und Väter, die das Bilderbuch ja mehr als einmal durchzublättern und daraus vorzulesen haben.

Alexander Steffensmeiers Erfolgsserie begann mit dem ersten Band „Lieselotte lauert“ (2006). Die Episoden um die Kuh, die mit Vergnügen immer den Postboten erschreckt, „waren meine Diplomarbeit im Designstudium an der Fachhochschule Münster“, berichtet er. Zunächst erst einmal froh, überhaupt einen Verlag dafür gefunden zu haben, entwickelte sich die Geschichte rasant weiter. Inzwischen produziert Steffensmeier zwei Bücher pro Jahr und seine Lieselotte-Bände gibt es übersetzt in 25 Sprachen - selbst in Chinesisch.

Von Thomas Kobbe

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